Zwischen zart und zum Bersten laut

Frisch und unkompliziert präsentierte sich das Sänger-Quartett.
Frisch und unkompliziert präsentierte sich das Sänger-Quartett.
(Foto: Daniela Lepper)


Westerkappeln. „Wir suchen uns Lieder aus, die uns begeistern“, sagt Swen Wagner. Genau das merkt man schnell, wenn man die vier A-cappella-Künstler von „Stimmrecht“ auf der Bühne sieht und hört.

Sie sind mit vollem Elan und Enthusiasmus bei der Sache, zumindest an diesem Sonntagnachmittag bei ihrem Konzertauftritt in der Gaststätte „Kuckucksnest“. Gleich beim ersten Song „It’s all so quiet“ von Björk wird den wohl zumeist recht ahnungslosen Zuhörer bewusst, in welche Richtung der Auftritt geht. Während der Strophen geht es, wie im Liedtitel schon gesagt, sehr ruhig zu. Tina Koch, einzige Frau des Ensembles singt leise und zart. Doch beim Refrain steigen die drei Männerstimmen Daniel de Lorenzo, Swen Wagner und Sebastian Diel mit voller Wucht ein, singen laut, tanzen und springen wild auf der Bühne herum, bis Tina Koch sie mit einem zaghaften „Pssst“ wieder zur Ruhe bringt und zur zweiten Strophe ansetzt.


Das interessante Spiel zwischen ruhigen Sequenzen und zum Bersten lauten Momenten, zwischen zaghaft und aggressiv, zwischen traurig und lustig beherrschen die vier Hobbymusiker von „Stimmrecht“ perfekt. Auf ein wirklich toll interpretiertes „Halt mich“ mit einem Solo von Daniel de Lorenzo, das in punkto Gänsehautfeeling einem Herbert Grönemeyer kaum nachsteht, folgt ein in der Lautstärke fast schon ohrenbetäubend lautes „Hier kommt Alex“ von den Toten Hosen, das die Zuhörer mit der Botschaft des Liedes wirklich konfrontiert.

Das zweite beeindruckende Merkmal der Band ist, dass sich die Zuhörer des Öfteren fragen, hinter welcher Ecke sich denn nun der Musiker mit den Instrumenten versteckt hat, bis man nach langem Umherschauen wirklich feststellt, dass die Sänger nicht nur das Takt gebende Schlagzeug, sondern sogar ganze Musikinstrumente allein mit ihren Stimmbändern imitieren. Außergewöhnlich gelungen war vor allem die Trompetenimitation von Sebastian Diel beim Song „The letter“, aber auch Ugly Kid Joes „Cats in the cradle“, das im Original mit vielen Instrumenten gespielt wird, imitierten die Künstler aus dem Ruhrgebiet täuschend echt.

Das breit gefächerten Repertoire, das von Klassikern wie „Bridge over troubled water“ von Simon & Garfunkel, über Pop-Balladen wie „Torn“ von Natalie Imbruglia bis hin zu deutschem Punk von den Toten Hosen reichte, bot jedem etwas. Mit ihrer frischen, unkomplizierten Art mit dem Publikum zu kommunizieren, ihren pfiffigen Arrangements der zumeist bekannten Songs und mit ihren schwingenden, Instrumente ersetzenden tollen Stimmen legten die jungen Sänger einen Auftritt hin, der den knapp 50 Zuhörern einfach Spaß machte. -dal-


04 · 06 · 07



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