Münster - Der kleine schwarze Gummiball wiegt nur 24 Gramm, manchmal erreicht er fast 300 Stundenkilometer, wenn er gegen die Wand klatscht. Ständig jagen sich die Squash-Spieler mit technisch-kraftvollen Schlägen über das Parkett. Sie triefen vor Schweiß, reagieren in Sekundenschnelle, intuitiv, geschickt, konzentriert. „Das ist echter Wahnsinn“, flüsterte ein faszinierter Zuschauer der Münster-Open, dem lukrativsten Squash-Turnier in Nordrhein-Westfalen.
Vor allem das A-Finale sorgte für staunende Augen, Rudi Rohrmüller (Hamborn) siegte im hochklassigen Duell der deutschen Nationalspieler gegen Andre Haschker (Worms) in vier Sätzen mit 11:5, 13:11, 3:11 und 11:5. „Münster war für mich eine gute Standortbestimmung“, strahlte der amtierende Vize-U-19-Europameister, der sich auf die Jugend-WM in Ecuador vorbereitet und von der Krone in Quito träumt. „Ich will natürlich Weltmeister werden.“ Andre Haschker konnte seine Titel von 2008 und 2009 hingegen nicht verteidigen. „Ich war zuletzt im Urlaub und war nicht fit. Im letzten Satz ging mir die Puste aus“, analysierte er das Finale, das bei manchen Diskussionen an die wenig innige Freundschaft zwischen Oliver Kahn und Jens Lehmann erinnerte. „Da ist auch viel Show dabei“, beschwichtigte Rohrmüller grinsend. Dritter wurde der britische Soldat Michael Greham, der in Münster stationiert ist.