Münster - Es sollte eine Serviceleistung sein, mit der die Veranstalter den Teilnehmern am Münster Marathon ein bleibendes Andenken an die Hand geben wollten. Was die Macher der größten Laufveranstaltung des Münsterlandes Tausenden von Athleten aber lieferten, enthielt brisante Informationen. Wie der WDR gestern berichtete, enthielt die DVD neben einer Filmdokumentation des Marathons inclusive einer persönlichen Urkunde als Leistungsnachweis die komplette, nicht verschlüsselte Adressenbank aller Teilnehmer. Neben den Namen von rund 3500 Läufern befanden sich auf der Scheibe Bankverbindungen, E-Mail-Adressen und Nationalitäten der Sportler - ohne jeglichen Zugriffsschutz.
Wie der WDR weiter berichtet, habe ein Teilnehmer, dem die Datensammlung aufgefallen sei, am 17. Dezember vergangenen Jahres die Organisatoren um Aufklärung gebeten. Eine Reaktion sei aber erst zwei Monate später erfolgt. In dem Schreiben, das sämtlichen Startern zugegangen war, baten die Ausrichter um Rücksendung des Materials. Dem Schreiben beigefügt war eine neue DVD, freilich ohne die sensiblen Daten. Begründet wurde die Rückrufaktion, weil die erste DVD eine Fehlfunktion enthalte, die den Computer schädigen könnte. Hinweise auf den fahrlässigen Umgang mit den privaten Daten fehlten.