City-Run: Kenianer läuft allen davon

Streckenrekord nach Sightseeing-Tour: der Kenianer Ezekiel Chebii lässt die gesamte Konkurrenz hinter sich.Foto:
Streckenrekord nach Sightseeing-Tour: der Kenianer Ezekiel Chebii lässt die gesamte Konkurrenz hinter sich.Foto:
(Peter Leßmann)


Münster - Für Leute, die zum ersten Mal nach Münster kommen, bieten der Prinzipalmarkt und die Promenade schon einen imposanten Anblick. So ging es Sonntagabend auch demerst 18-jährigen Kenianer Ezekiel Chebii, der sich seit genau einer Woche auf dem ersten Europa-Abstecher seines Lebens befindet. Beim 3. Brooks Münster City-Run musste ihn dann aber sein holländischer Manager schnell lautstark daran erinnern, dass er nicht als Tourist nach Westfalen gekommen war. Nachdem er anfangs für seine Verhältnisse eher im Bummeltempo unterwegs gewesen war, riss sich Chebii dann zusammen, deklassierte die restlichen knapp 900 Teilnehmer förmlich und gewann den Lauf über zehn Kilometer in fantastischen 30:00 Minuten. Als Prämien für den Sieg und den neuen Streckenrekord gab es eine Prämie von 300 Euro - Mission erfüllt.

„Es war erst der zweite Straßenlauf meines Lebens. Ich laufe sonst immer nur auf der Bahn“, erklärte Chebii glücklich und ein bisschen beeindruckt im Ziel. Seine persönliche Bestzeit von 29:47 Minuten verfehlte er zwar durch seinen verhaltenen Start, aber er zeigte auch so deutlich, dass er in die Fußstapfen seines älteren Bruders Adam treten will, der 2004 bei den Olympischen Spielen in Athen Fünfter über die gleiche Distanz geworden war. Organisator Gregor Veauthier von den Laufsportfreunden freute sich über die Vorstellung des Afrikaners: „Das ist wahrscheinlich eine der besten Zeiten, die man bei einem Lauf in Deutschland überhaupt zu Gesicht bekommt. Das Niveau vieler Starter heute war wirklich bemerkenswert.“


Der Westdeutsche Meister Torsten Graw (Wattenscheid) wurde in 33:33 Minuten Zweiter vor dem überglücklichen Christoph Domnick (33:52). Der Medizinstudent von der Uni Münster freute sich über diesen dritten Rang so richtig: „Damit hatte ich nach einer langen Wettkampfpause gar nicht gerechnet. Ich war doch eigentlich nur dabei, weil ich auf der Ludgeristraße wohne und der Lauf ja quasi durch mein Wohnzimmer führte.“

Bei den Frauen zahlte sich gestern langjährige Routine aus. Peggy Lange-Austrup (SuS Olfen) siegte in 37:03 Minuten und freute sich: „Es war erst mein dritter Lauf, seit ich im Januar Mutter geworden bin. Deshalb bin ich schon sehr zufrieden.“ Den zweiten Platz sicherte sich Lokalmatadorin Nina Schüler vom ESV Münster in 38:10 Minuten knapp vor Christl Viebahn (Oberberg/38:16). Dass es für diese beiden nicht zum Sieg reichen würde, war schon relativ schnell klar. Zu souverän zog Peggy Lange-Austrup vorne ihre Kreise. Die Gewinnerin startete zum ersten Mal beim City-Run und meinte: „Es hat Riesenspaß gemacht, ich komme sicher gerne noch einmal wieder hierher. Die Fahrräder auf der Promenade sind während des Laufs allerdings schon gewöhnungsbedürftig. Mit einem bin ich sogar fast zusammengestoßen. Aber so etwas gehört in einer Stadt wie Münster wohl dazu.“ Genau wie Ezekiel Chebii bei den Männern hatte sie sich zum Glück aber von der Kulisse nicht allzu sehr beeindrucken lassen. „Das Ambiente hier ist schon einzigartig“, bilanzierte Gregor Veauthier dann auch zufrieden. „Ohne die vielen Baustellen in der Innenstadt wäre es perfekt.“


05 · 07 · 09


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