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Fußball-Bezirksliga: Esch hat die Rote Laterne in Sicht

Simon Kock (dunkles Trikot) ist hier schneller am Ball als sein Lotteraner Gegenspieler Dennis Hehemann.
(Foto: Henning Meyer-Veer)
Püsselbüren. Vladan Dindic, Trainer des Fußball-Bezirksligisten SW Esch, mochte die Leistung seiner Mannschaft am Donnerstagabend nur mit einem Wort bewerten. „Indiskutabel“, sagte er nach 93 gleichsam niveauarmen wie unterhaltsamen Minuten. Am Ende entführten die Sportfreunde Lotte 2 im Derby mit einem 5:3-Sieg drei Punkte aus dem Escher Sportpark, weil die Gastgeber sich wieder selbst im Weg standen.
Erneut gaben die Püsselbürener ein bombensicheres Spiel aus der Hand. Nach der frühen Führung durch Simon Kock (7.) hatte die Mannschaft von Trainer Vladan Dindic bis zur 30. Minute vier hundertprozentige Torchancen: Sololauf Simon Kock (12.), Lattenkopfball Oliver Mansfeld plus zwei Nachschüsse von Julian Beckmann (13.), noch ein Sololauf von Kock - die Schwarz-Weißen hätten 4:0 führen müssen.

Lokalvideo auf mazzTV.de: Sportfreunde Lotte 2 gewinnen das Derby mit einem 5:3-Sieg gegen SW Esch.
Doch wie so oft im Fußball, rächt sich das Auslassen von großen Chancen irgendwann einmal. In diesem Falle rächte es sich zwischen der 30. und 37. Minute, als Lotte die intensiver werdende Bettelei der Escher Hintermannschaft um Gegentreffer erhörte und drei Mal traf. Wenn auch mit etwas Glück: Den Schuss zum 1:1 durch Manuel Horstmann fälschte Michael Götten unglücklich ab und machte ihn unhaltbar. Beim 1:2 durch Jens Buchholz profitierte Lotte davon, dass die Abwehr den Ball nicht aus der Gefahrenzone brachte, und beim 1:3 übersah der Unparteiische eine knappe Abseitsposition von Sebastian Wellmeyer.
Aber auch das glückliche Zustandekommen der Lotteraner Treffer ändert nichts an der Tatsache, dass sich die Gastgeber diesen Rückstand zu 100 Prozent selbst zuzuschreiben hatten: Stellungs- und Abspielfehler in der Deckung häuften sich ab der 10. Minute. Vladan Dindic reagierte früh und brachte Grewe für Stephan Menger. Die anderen Mannschaftsteile machten es nicht viel besser: Die nötige Laufbereitschaft im Mittelfeld fehlte komplett, und im Angriff dribbelte sich Simon Kock immer wieder fest. Einzig Christian Siegel sowie Daniel und Oliver Mansfeld erreichten gehobenes Leistungsniveau.
Und an diesen Defiziten änderte sich auch nach dem Seitenwechsel nichts. Weiter ließ Esch Laufbereitschaft und Tempo vermissen, zudem machte sich die Verunsicherung jetzt immer deutlicher bemerkbar. Schwachstellen, die Lotte zu nutzen wusste. Ein einziger langer Diagonalpass genügte, um den Gastgebern den Todesstoß zu versetzen. Murat Serim nahm ihn auf und schoss bedrängt von Siegel zum 1:4 ein (60.).
Erst jetzt, als es eigentlich zu spät war, wachten die Escher auf und kämpften zumindest. Und sie machten es sogar noch einmal spannend. Durch Treffer von Oliver Mansfeld (68.) nach einem Fehler von SF-Keeper Florian Munz und Markus Grewe (78.) kamen die Gastgeber sogar noch einmal auf Tuchfühlung. Nicht verdient, aber immerhin. Und wieder hatten sie Pech. Bei einem Foul von SFL-Keeper Munz im Strafraum blieb die Pfeife des Unparteiischen stumm. Und so kam es, wie es kommen musste. In der 88. Minute markierte Sebastian Wellmeyer nach einem Konter das 3:5. Danach hatten die Lotteraner sogar noch zwei weitere Großchancen, das ganz große Debakel blieb Esch aber erspart.
Dennoch: In der Tabelle ist Esch jetzt punktgleich mit Schlusslicht Nordwalde.
SW Esch: St. Meyer; Siegel, D. Mansfeld, Götten (65. Liedmeier), Beckmann, Mahmutovic, Kock, St. Menger (16. Grewe), O. Mansfeld, Hoppe (65. Özdemir), Ungruhe.
SF Lotte 2: Munz; Horn, Hehemann, Wellendorf, Lüken (55. B. Wellmeyer), Horstmann, Kleingünther (35. Güraslan), Kuhlenbeck, Buchholz (80. Pilgrim), S. Wellmeyer, Serim.
Tore: 1:0 Kock (7.), 1:1 Horstmann (30.), 1:2 Buchholz (35.), 1:3 S. Wellmeyer (37.), 1:4 Serim (60.), 2:4 O. Mansfeld (68.), 3:4 Grewe (78.), 3:5 S. Wellmeyer (88.).