Lotte - Sichtlich verärgert eilte Hans-Georg Pohlmann nach Schlusspfiff Richtung Kabine. Dem Trainer der zweiten Mannschaft der Sportfreunde Lotte hatte das Spiele seiner Elf gegen GW Rheine (3:3) sichtlich die Laune verdorben. „Wir haben einfach das Fußballspielen eingestellt“, meckerte er über die Vorstellung der Regionalligareserve und verschwand in der Kabine. Dabei hatten die Sportfreunde das Spiel scheinbar klar im Griff. Der Sieg schien zeitweise nur noch eine Frage der Höhe zu sein. Doch der Reihe nach.
Die ersten 45 Minuten begannen eher zerfahren. Den Gastgebern gelang es selten einen geordneten Spielaufbau hinzulegen. Die Sportfreunde waren zwar optisch überlegen, doch nach vorne passierte zu wenig. Und dann fiel auch noch wie aus dem Nichts das 1:0 für die Gäste. Mannschaftsführer Dino Mattick hatte in der 25. Minute von der Mittellinie einfach einen Heber abgesetzt, der Florian Munz, der viel zu weit vorm Tor stand, völlig überraschte. Doch nach kurzer Schockstarre riss Lotte das Spiel wieder an sich und rückte die Verhältnisse gerade. Erst traf Michael Kügler (35.) nach Birdir-Zuspiel, dann machte es Ugur Birdir vier Minuten später selbst. So ging es mit 2:1 für Lotte in die Pause.
Mit Wiederanpfiff drängten die „Pohlmänner“ auf die Entscheidung. Und die schien auch mit dem 3:1 (59.) durch den Kopfballtreffer von Felix Kuhlenbeck nach einer Güraslan-Vorlage von der linken Seite gefallen zu sein. Zumal Lotte in den Folgeminuten nahe dran war am 4:1 oder gar 5:1. Aber die Chancen wurden einfach liegen gelassen.
Wieder überraschend wie schon das 0:1 fiel auch der Anschlusstreffer der Gäste. Faria da Silva überwand mit einem Freistoß SF-Keeper Munz in der 76. Minute. Das brachte die Hausherren merklich aus dem Konzept. Die bis dahin eher harmlosen Grün-Weißen witterte jetzt Oberwasser und setzten nach. Schon die nächste Gelegenheit nutzte erneut da Silva (80.). Diesmal war er nach einem Lattentreffer von Denis Azevedo zur Stelle und es stand 3:3. „Jetzt packen wir die noch“, frohlockte schon Gäste-Keeper Sven Fleddermann. Und fast wäre es auch so gekommen, hätte der eingewechselte Dennis Gottschlich in der 88. Minute - wieder nach einem Azevedo-Schuss - etwas tiefer gezielt. So aber behielt Lotte mit Glück wenigstens noch den einen Punkt. Eindeutig zu wenig!
SF Lotte II: Munz - Horn (59. Nickel), Lüken, Brinker, Horstmann - Kügerl, Güraslan, Serim, Buchholz (73. Samanci) - Birdir, Kuhlenbeck.
GW Rheine: Fleddermann - Rading, Mattick, Rudzinski, Frehe - Jahnke (70. D. Gottschlich), Muhmann, da Silva, Jarvers - Wamelink (60. Geeren), Azeveda.
Tore: 0:1 Mattick (25.), 1:1 Kügler (35.), 2:1 Birdir (39.), 3:1 Kuhlenbeck (59,), 3:2 da Silva (76., 3:3 da Silva (80.) -
Gelb-Rot: Birdir (90.+2) wegen wiederholtem Foulspiel.