Flotte Bienen und Möchtegernzocker

Mit durch Schlaufen eingeschränkten Körpereinsatz kämpften die Teilnehmer beim Menschenkicker-Turnier gestern um jeden Ball. Arme und Hände durften dabei nicht benutzt werdenFotos:
Mit durch Schlaufen eingeschränkten Körpereinsatz kämpften die Teilnehmer beim Menschenkicker-Turnier gestern um jeden Ball. Arme und Hände durften dabei nicht benutzt werdenFotos:
(mfe)


Münster-Roxel - Koordination, Geschicklichkeit und Teamgeist sind für Ehrhardt Ulrich die wichtigsten Voraussetzungen, um beim Menschenkicker-Turnier eine Chance zu haben. Eigentlich Bedingungen, die seine Damenmannschaft, die unter dem Namen „Oben ohne“ antrat, mitbringt. Schließlich spielen sie Handball beim BSV Roxel in der Landesliga. Doch Fußball ist nicht Handball, das mussten die Damen und ihr Trainer nach ihrem Spiel ernüchternd feststellen.

„Arme und Hände durften wir ja nicht bewegen“, sagt Ulrich, der für seine Mädchen im Tor stand. Und die Gegner seien extrem stark gewesen, „da war kein Durchkommen möglich“. Wenigstens habe es einen Ehrentreffer gegeben. „Unser Team hat sich gut geschlagen und alles gegeben.“


Insgesamt 40 Teams gingen gestern beim elften Menschenkicker-Turnier der Katholischen Landjugendbewegung (KLJB) Roxel an den Start. Darunter neben der Handballmannschaft auch Kegelclubs, Stammtische, Freundeskreise und Mitglieder der Löschzüge aus Roxel und Albachten. Illustre Namen gehörten für die meisten Teams dazu: „Die flotten Bienen“, „Die scharfen Dippas“, die „Möchtegernzocker“, die „F(V)errückten Kamikaze-Keglerinnen (FKK)“, oder der „Golden-Pudel-Club“.

Auf zwei Feldern traten die Kicker gegeneinander an. Auf den Strohballen, die als Umrandung dienten, feuerten die Fans von oben mit einem tollen Blick auf das Spielfeld ihre Mannschaften an. Die Bewegungsfreiheit der Kicker ist extrem eingeschränkt. Sie stehen in einer Schlaufe, dürfen sich nicht drehen und müssen sich immer mit den Mannschaftskollegen an der selben Stange im Gleichschritt nach rechts oder links bewegen. Um dabei noch den Ball zu treffen, ist hüftabwärts viel Beweglichkeit gefordert.

Doch trotz allen Siegeswillens stand der Spaß an der Sache im Vordergrund. Mit Fetenhits wurde für Stimmung auch außerhalb des Spielfeldes gesorgt. Für einige war sogar die Anreise eine Gaudi: Sie ließen sich mit Planwagen und Trecker bringen und feierten schon vor dem ersten Anpfiff eine ausgelassene Party.

Am späten Nachmittag standen die Sieger des spannenden Turniers fest: Der Roxeler Kegelclub „Die Nesthaken“ sicherte sich den Sieg vor den zweitplatzierten „Sonnenkickern“. Auf Platz drei landete das Team „Sieg oder Spielabbruch. Im Vorjahr hatte der Roxeler Löschzug der Freiwilligen Feuerwehr den Sieg beim Menschenkicker-Wettstreit errungen.

VON MARION FENNER, MÜNSTER

16 · 08 · 09


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