Kunst auf Kreisel: Kommt das "Rostige Kalb"?

Einer von vier Vorschlägen: Diese Fotomontage von Helmut Foppe und Dr. Stefan Fründ zeigt ein ausgeschlachtetes Auto, dass sie auf dem Kreisel an der Busso-Peus-Straße/Von-Esmarch-Straße/Roxeler Straße platzieren möchten.
Einer von vier Vorschlägen: Diese Fotomontage von Helmut Foppe und Dr. Stefan Fründ zeigt ein ausgeschlachtetes Auto, dass sie auf dem Kreisel an der Busso-Peus-Straße/Von-Esmarch-Straße/Roxeler Straße platzieren möchten.


Münster-Gievenbeck - Der Kreisel an der Von-Esmarch-Straße/Busso-Peus-Straße/Roxeler Straße wird offenbar schon bald wieder ästhetisch mit Leben gefüllt: Vier Künstler beziehungsweise interessierte Gruppen stellten jetzt dem Ältestenrat der Bezirksvertretung Münster-West ihre Pläne zur Gestaltung des viel umfahrenen Kreisels vor. Nur das bestätigte Alois Weihermann, Leiter der Bezirksverwaltung Münster-West, auf Anfrage.

Zu den Bewerbern, die das Rondell wieder „attraktiv“ machen wollen, gehören nach WN-Recherche unter anderem Helmut Foppe und Dr. Stefan Fründ, die beide in der münsterischen Uniklinik (Kinder-Dialysezentrum) arbeiten. Die Idee: eine ausgeschlachtete Karosse eines Autos auf dem Kreisel platzieren. Ihrem Projekt haben die beiden den Namen „Rostiges Kalb“ gegeben, erzählte gestern Helmut Foppe. „Ein Auto, das aus dem Himmel stürzt und untergeht“, so Foppe. Damit sei auch der Hinweis verbunden, „dass die Zeit der PS-Boliden und Spritfresser sich langsam dem Ende neigt“.


Kommerzielle Aspekte spielen bei Fründ und Foppe keine Rolle. Für rund 1000 Euro lasse sich das Projekt verwirklichen, schätzt Foppe. Das Auto, möglich wäre beispielsweise die Karosse eines Porsches, könne in einen Betonblock gegossen werden. Foppe: „Es eignet sich dann auch als Wanderobjekt.“ Die Skulptur ließe sich außerdem auf andere Kreisel stellen.

Nicht zum ersten Mal begeben sich die beiden Münsteraner auf künstlerische Pfade. Passend zur Skulpturen-Ausstellung 2007 wurde im Vorgarten der Familie Fründ die ausgeschlachtete Karosse eines Alfa Romeo Zagatos, Baujahr 1971, versenkt. Das Fahrzeug hatten sie einem Autohändler aus Hamburg abgekauft. Da es nicht mehr möglich war, den Wagen zu restaurieren, kam die Idee auf, aus den Resten des Alfa Romeos eine Skulptur zu machen.

Die Liebe zu alten Autos besteht nach wie vor. Und so machte Stefan Fründ den Vorschlag, das Projekt zu wiederholen.

Die rostige Karosse sei „luftig und filigran“, beschreibt Helmut Foppe das geplante Objekt. Je nach Witterung ändere sich zudem das Aussehen des rostigen Autos.

Der Ältestenrat werde über die vier Vorschläge beraten, kündigte Weihermann an. Anschließend muss die Bezirksvertretung Münster-West die Entscheidung darüber treffen, wer den Zuschlag für die Kreisel-Kunst erhalten soll.

VON MARTIN SCHILDWÄCHTER, MÜNSTER

22 · 03 · 09



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