Münster - In Münster findet sich unter den Wählern bei der bevorstehenden Landtagswahl keine Mehrheit für die amtierende schwarz-gelbe Koalition. SPD und Grüne könnten zusammen auf eine knappe absolute Mehrheit der Stimmen hoffen. Das ist das Ergebnis des aktuellen Münster-Barometers, einer repräsentativen Umfrage, die das Institut für Soziologie der Uni Münster im Auftrag der Westfälischen Nachrichten durchgeführt hat. 1224 wahlberechtigte Münsteraner wurden in Telefoninterviews befragt.
CDU (34 Prozent) und FDP (9 Prozent) kommen bei den Zweitstimmen lediglich auf 43 Prozent der Stimmen, SPD (27 Prozent) und Grüne (23 Prozent) gemeinsam auf 50 Prozent. Die Grünen würden damit in Münster ihr bestes Wahlergebnis der letzten zehn Jahre erreichen. Die Linken bleiben in Münster voraussichtlich unterhalb der Fünf-Prozent-Hürde, unter den sonstigen Parteien ist die Piraten-Partei die Stärkste.
Die CDU verliert nach der Barometer-Prognose gemessen an ihrem Landtagswahlergebnis von 2005 in Münster fast zehn Prozent. Die FDP, die bei der Bundestagswahl 2009 noch 14,7 Prozent in Münster erreichte, landet nun bei neun Prozent - so viel wie auch bei der Kommunalwahl 2009.

Mit der Arbeit der amtierenden Landesregierung sind die Münsteraner eher unzufrieden. Auf einer Notenskala von eins bis sechs erreicht die schwarz-gelbe Koalition in Düsseldorf die Durchschnittsnote 3,8. Nur 1,1 Prozent gaben die beste Bewertung mit „sehr zufrieden“, aber 12,3 Prozent die schlechteste mit „überhaupt nicht zufrieden“.
Offen bleibt das Rennen in Münster aber durch die vielen Unentschlossenen (15,5 Prozent). In ihrer Wahlentscheidung sicher sind sich bisher nur 53,5 Prozent der Befragten. Auch die Frage, welche direkt gewählten Abgeordneten ins Parlament einziehen, kann nur vage beantwortet werden. Denn viele Bewohner der Innenstadt - insgesamt etwa ein Drittel aller Teilnehmer - wussten nicht, zu welchem Wahlkreis sie gehören. Als Trend zeichnet sich ab, dass es im Norden ein Kopf-an-Kopf-Rennen zwischen Josef Rickfelder (CDU) und Anna Boos (SPD) geben wird. Im Süden liegt CDU-Kandidat Thomas Sternberg knapp vor Svenja Schulze (SPD).