Münster - Wenn es um sein liebstes Kind, das Fernsehen, geht, kann Oliver Kalkofe richtig wütend werden - so sehr ärgert er sich über die Ideenlosigkeit der Fernsehsender. Doch wer ihn nach Münster fragt, erlebt einen milden, geradezu schwärmerischen TV-Comedian: „Oh, da habe ich nur gute Erinnerungen“, erklärte er im Interview mit den WN. In Münster hat er Publizistik, Anglistik und Germanistik studiert. Doch bevor er seinen Abschluss schaffte, wechselte er ins Lager der Profi-Komiker.
Warum so begeistert von Münster? „Das war die erste Zeit, als ich aus meiner alten Heimat Peine, aus dieser Mittelmäßigkeit hinauskam. Münster war für mich New York, das war das Coolste überhaupt. Da gab es Cappuccino mit aufgeschäumter Milch und nicht mit Sprühsahne, wie ich es kannte. In Münster gab es junge Menschen, Fahrräder, Kneipen, Leben, Kinos, Konzerte - das war für mich die Erweckung. Ich habe gemerkt, was Leben sein kann.“
Gewohnt hat der heute 42-Jährige nahe der Mondstraße. „Ich hatte erst ein ganz kleines Zimmer, dann eine ganz kleine Wohnung, aber ich fühlte mich, als hätte ich ein Schloss bekommen in einer Stadt, die toll war. Eine richtig coole Zeit!“
Viel zu lange sei er nicht mehr in seiner Interims-Wahlheimat gewesen. Trotzdem: „Ich würde mich freuen, wenn ich auch einen guten Eindruck in Münster hinterlassen hätte. Vielleicht wird ja mal eine kleine Sackgasse oder auch eine Müllverbrennungsanlage nach mir benannt. Oder eine Herrentoilette an der Uni.“