Südbad: Umweltfreundliche Wiederauferstehung?

Aktive der Südbad-Initiative (v.l.): Christina Pollmann, Eva Damann, Regina Kobold, Wolfgang Wiemers, Georg Heinrichs, Petra Jeutner und Annette Walaschewski.
Aktive der Südbad-Initiative (v.l.): Christina Pollmann, Eva Damann, Regina Kobold, Wolfgang Wiemers, Georg Heinrichs, Petra Jeutner und Annette Walaschewski.
(Foto: -kv-)


Münster. Seit Ende Juli liegt das Südbad trocken. Die Fliesen im Becken sind abgeplatzt, die Scheiben der großen Fenster blind. Der 40 Jahre alte Bau hat auch für die Initiative „Südbad muss bleiben“ keine Zukunft. „Wohl aber das Südbad selbst“, bekräftigt Wolfgang Wiemers. Der von der Stadt juristisch verhinderte Bürgerentscheid und die vor der Schließung fehlgeschlagenen Versuche, das Bad in anderer Trägerschaft zu erhalten, haben die Aktiven der Initiative nicht entmutigt. Sie planen jetzt ein Bürgerbad im Genossenschaftsmodell.

Pläne gibt es auch schon: Das münsterische Architekturbüro Archplan hat einen Entwurf für ein mit Solar-Energie betriebenes Bad im Passivhausenergiestandard erarbeitet. Dies eröffne Chancen, an Zuschüsse und günstige Kredite zu kommen, erläuterte Wiemers.


Der Plan für das neue, etwa fünf Millionen Euro teure Südbad sieht sogar 50-Meter-Bahnen vor. „Auf dem vorhandenen Grundstück wäre das durchaus möglich“, meint Eva Damann, die sich ebenfalls in der Initiative engagiert. Die Grundstücksfrage aber birgt, das räumt auch Wiemers ein „einiges Konfliktpotenzial“. Das Grundstück nämlich müsste die Stadt kostenlos zur Verfügung stellen – außerdem den Abriss des alten Gebäudes zahlen. Letzterer sei für Januar geplant. Auf der Fläche sollen bisher nach offiziellen Plänen der Stadt Wohnungen entstehen. Was aber nicht ohne weiteres möglich sei, ergänzt Wiemers. Dafür müsse zuerst der Bebauungsplan geändert werden.

Die Initiative setzt auf Kooperation mit der Stadt. In Nordhein-Westfalen, so haben die Aktiven recherchiert, werden rund 50 Bäder, die von Kommunen aufgegeben wurden, von Vereinen oder Genossenschaften betrieben – allerdings nie völlig ohne Hilfe der Gemeinde oder der Stadt. „Mit einem solchen Bad würden wir in Münster etwas Einzigartiges anbieten“, sagt Dammann. Das nächste Hallenbad mit einer 50-Meter-Bahn gibt es in Hamm.

Eine Umfrage der Initiative bei den Schulen, die das Südbad nun nicht mehr nutzen können, brachte Kritik hervor: Abgesehen von den langen Anfahrtszeiten gleichen die Verhältnisse im Hallenbad Roxel, das nun wesentlich für das Schulschwimmen reserviert ist, einer Sardinenbüchse. 73 Kinder teilen sich donnerstags das Vier-Bahnen-Becken, in der Umkleide drängen sich mitunter 123 Kinder gleichzeitig.

„Das Südbad fehlt“, lautet das Resumee der Initiative, die rund 120 Mitglieder hat. Am 24. Januar sollen die Pläne für das künftige Genossenschaftsbad Süd präsentiert werden.|www.suedbad-muss-bleiben.de

VON KARIN VÖLKER, MÜNSTER

07 · 12 · 07



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