Münster. Das soll wirklich Urlaub sein: „Ich habe nur einmal eine Eisdiele von innen gesehen“, verrät Markus Lewe. Der auffällig schlanker gewordene CDU-Kreisvorsitzende und Oberbürgermeister-Kandidat fährt eine harte Linie. Gegen sich selbst. Sogar jüngst im Italien-Urlaub: Süßigkeiten-Verzicht. Andere nennen das Diät. Gut 21 Kilogramm hat der bekennende Genussmensch Lewe seit der Fastenzeit abgenommen, wie er sagt. „Drei Kilo gehen noch, aber dann ist Schluss.“
Längst hat er neue Hosen kaufen müssen. „Die alten flutschten runter.“ Auf der Straße ist der Kommunalpolitiker schon verschiedenerseits gelöchert worden: Wo haben Sie das machen lassen? Sind Sie krank? Der fünffache Familienvater schüttelt jedes Mal lachend den Kopf: „Nein, ich habe nur meine Ernährung umgestellt“, gibt der 43-Jährige sein einfaches Geheimnis preis.
Andere wittern gar eine Wahlkampfstrategie hinter dem Gewichtsverlust. Alles Quatsch, entgegnet Lewe. „Meine Frau hat schon immer gesagt, es wäre ganz gut, wenn ich abnehme.“ Und irgendwie klappte es in der Fastenzeit: weniger Alkohol, kein Fett, kaum Fleisch. „Plötzlich habe ich gemerkt, dass es ganz gut geht und bin dabei geblieben.“
Inzwischen hat der begeisterte Fahrradfahrer sogar wieder angefangen, mehrmals in der Woche zu laufen. Zu Hause bei sich in Angelmodde – mal an der Werse entlang, mal nach Wolbeck. „Immer eine gute Stunde.“ Er sei fitter denn je, versichert der Bezirksvorsteher aus dem Südosten, der im nächsten Jahr Oberbürgermeister von Münster werden möchte. Und auf dem Weg dahin gleich noch in einer Staffel beim Münster-Marathon mitlaufen will.
Aber zurück zum Essen: Sehr viel Fisch, Obst und Gemüse – darauf schwört Lewe neuerdings. Butter und Margarine sind dagegen verbannt, genauso wie Aufschnitt. „Lieber eine leckere Tomate auf gutem Brot.“
Auch den versteckten Fetten hat der leidenschaftliche Kommunalpolitiker den Kampf angesagt: „Vor dem Kühlschrank hängt ein virtuelles Schloss“, erzählt Lewe. Nach abendlichem Sitzungsmarathon hält er sich nun ans selbst auferlegte Naschverbot. „Abends nach 18 Uhr essen, das muss nicht mehr sein.“ Und dass er früher bei Pommes mit Mayonnaise oder einem Hamburger gern zulangte, gibt er freimütig zu. Nun ist das tabu!
Aber wenn abends gegrillt wird? „Dann gibt es morgens eben Joghurt mit Obst.“ Und gegen ein mageres Stück Fleisch sei ja nun wirklich nicht viel einzuwenden. Genauso wenig wie gegen ein kühles Bier oder ein Glas Wein. „Darauf habe ich nicht verzichtet“, so der 43-Jährige. Angst vor einem Rückfall in den ungezügelten Genuss? Lewe: „Ich kann mir doch nicht schon wieder neue Kleider kaufen.“