Münster - Am Ende gab es Applaus von Bauarbeitern, Bahnbediensteten und den eilig angereisten Technikern. Um 11.20 Uhr gestern stand der im wahrsten Sinne des Wortes abgestürzte Bagger wieder dort, wo er stehen sollte, nämlich auf den Gleisen. Und er stand so, wie er stehen sollte: Räder unten und Fahrerkabine oben. Foto:
Zehn Stunden lang bot das tonnenschwere Gerät einen geradezu beängstigenden Anblick.
Direkt neben der Bahnbrücke an der Johanniterstraße - nicht weit vom Hauptbahnhof entfernt - lag das sogenannte Zweiwegefahrzeug kopfüber auf der Böschung. Gegen 1 Uhr am Donnerstagmorgen war es bei Bauarbeiten aus den Schienen gesprungen.
Fahrer und Beifahrer in dem Bahnbagger hatten nach Auskunft von Rainer Kerstiens, Pressesprecher der Bundespolizei, Glück im Unglück und wurden nur leicht verletzt. Das Gefährt landete beim Absturz auf der ausgefahrenen Schaufel, sodass der komplette Sturz in die Tiefe ausblieb.
Derzeit werden entlang der Bahntrasse Lärmschutzwände gebaut.
Die Baggerbesatzung hatte laut Kerstiens den Auftrag, Erdaushub aus dem Bereich der Trasse unten am Fuß der Böschung abzuladen, von wo er dann mit Lkw abtransportiert wurde. Möglicherweise sei dabei durch eine „unglückliche Gewichtsverlagerung“ der Bagger aus den Gleisen gesprungen. Die genaue Unfallursache stehe aber noch nicht fest.
Die Bergung des Baggers konnte nicht unmittelbar nach dem nächtlichen Unfall erfolgen, weil die Bahn zunächst einen Schienenkran aus Wanne-Eickel anfordern musste. Darüber hinaus rückten Experten der Herstellerfirma an. Sobald der Kran den Bagger am Haken hatte und damit die Gefahr eines Abrutschens gebannt war, demontieren die Techniker den Schaufelarm. Unmittelbar danach konnte das Gefährt problemlos aufgerichtet werden.
Die Bahnlinien von Münster nach Rheine, Warendorf und Rheda-Wiedenbrück waren über Stunden hinweg beeinträchtigt. Auch wurde die Johanniterstraße nach dem Unfall gesperrt.