Münster - Die offizielle Hymne der Loveparade, zu der heute eine Million Menschen in Duisburg tanzen wird, ist zum Teil in Münster entstanden - in einem kleinen Studio im Stadthafen. Jan Löchel arbeitet hier, 35 Jahre alt, Produzent, Sänger, Songwriter. „Als die Anfrage kam, musste ich nicht lange überlegen“, sagt Löchel. „Die Loveparade ist schließlich Kult.“
Die Musik war zu diesem Zeitpunkt bereits fertig - nur der Text fehlte noch. Der Refrain war schnell gefunden: „The Art of Love“, die Kunst der Liebe - so lautet auch das Motto der Loveparade 2010. Und weil Löchel gerade dabei war, sang er die Zeile auch gleich selbst. Weitere poetische Höchstleistungen wurden ihm nicht gerade abverlangt: Neben „The Art of Love“ gibt es nur eine weitere Zeile in der offiziellen Hymne. „Nicht nur die Musik ist puristisch“, sagt Löchel, „sondern auch der Text.“
Sein neuestes Projekt: eine gemeinsame Platte mit seinem früheren Mitbewohner Henning Wehland, Frontmann der H-Blockx. „Les Sauvignons“ nennen sich die beiden, wenn sie auf der Bühne stehen und Musik machen, die so gar nichts mit dem Loveparade-Wumms zu tun hat. „Ich mag es einfach, stilübergreifend zu arbeiten“, betont Löchel.
Ob er heute nach Duisburg fahren wird, ist noch nicht heraus. „Vielleicht schaue ich mir das Ganze aus der Ferne an. Selbst auf der Bühne stehen werde ich aber auf keinen Fall. Bei diesem Event sollten die DJs im Mittelpunkt stehen.“
DJs wie der gebürtige Münsteraner Westbam, Mitbegründer der Loveparade vor 21 Jahren und heute zum letzten Mal dabei. „Vor Leuten wie ihm ziehe ich extrem den Hut“, sagt Jan Löchel. „Sie haben es geschafft, die ganze Welt in Bewegung zu bringen.“ Dank Jan Löchel wird heute zumindest ganz Duisburg in Bewegung sein. . .