kommentar(1)


Cem Özdemir: Bildungschance war Glückssache

Cem ÖzdemirFoto:
Cem ÖzdemirFoto:
(dpa)


Münster - Cem Özdemir, Bundesvorsitzender der Grünen, kommt am Mittwoch nach Münster. Im Jovel am Albersloher Weg spricht er um 18 Uhr über Bildungspolitik, für den Sohn türkischer Zuwanderer auch persönlich ein sehr wichtiges Thema, wie er im Gespräch mit WN-Redakteurin Karin Völker betont.

Was muss geschehen, damit mehr Zuwanderer-Kinder, so wie Sie, den Bildungsaufstieg schaffen?



Özdemir: Wir müssen die frühkindliche Betreuung und Bildung ausbauen und verbessern, das ist ein Schlüssel zu mehr Chancengerechtigkeit. Und wir brauchen echte Ganztagsschulen, in denen die Kinder tatsächlich individuell gefördert werden und länger gemeinsam lernen.

In Münster haben nur sehr wenige Eltern ihre Kinder für die Hauptschule angemeldet. Ist die Hauptschule überholt?

Özdemir: Es heißt ja immer, die Hauptschulen müssten nur besser ausgestattet werden. Wie wir überall in Deutschland sehen, hilft das aber nicht. Die Eltern wollen diese Schulform nicht mehr für ihre Kinder. Wir brauchen statt dessen Gemeinschaftsschulen mit hoher Qualität, die bis zum Abitur führen, gerne auch in 13 Jahren.

Und Gymnasien sollten dann, wie jetzt, in zwölf Jahren zum Abitur führen?

Özdemir: Wir wollen ein längeres gemeinsames Lernen mit besserer Unterrichtsqualität. Auf dem Weg dorthin sind aber mehrere Modelle denkbar. Entscheidend ist, dass Kinder nicht mehr, wie bisher, durch die frühe Trennung Chancen verlieren und herausgefiltert werden.

Fühlten Sie sich in der eigenen Schulzeit als Zuwanderer-Kind aus einer Arbeiterfamilie herausgefiltert?

Özdemir: Meine Schulnoten waren zuerst ziemlich schlecht. Ich hatte in der vierten Klasse in Deutsch eine Fünf und musste darum zur Hauptschule. Wenn man mir aber keine Chance gegeben hätte, würde ich jetzt nicht mit Ihnen sprechen.

Es gibt also auch positive Erfahrungen in der Schule?

Özdemir: Es gab auch Lehrer, die mich wirklich motiviert haben zu lernen, vor allem später in der Realschule. Ich möchte aber nicht, dass Kinder auf dieses Glück angewiesen sind. Darum muss sich unser Bildungssystem ändern.


13 · 04 · 10
kommentar(1)



kommentar


kommentar KOMMENTARE


Bringschuld
»Was muss geschehen, damit mehr Zuwanderer-Kinder, so wie Sie, den Bildungsaufstieg schaffen?« Dazu müssen sich die Zuwanderer selbst vor allem besser integrieren und mehr anstrengen! Stattdessen die Leitungsanforderungen immer weiter abzusenken, ist keine Lösung! Außerdem betrifft das Problem seltsamerweise stets nur eine bestimmte Gruppe von Zuwanderern, Asiaten haben nämlich in der Regel keine Schulprobleme, im Gegenteil!

Verstoß melden


WERBUNG


TOP ARTIKEL
Topartikel Icon
VIDEOS
Top-Angebote in wn-mobil.de
Neu: wn-mobil.de Autos, Motorräder, Wohnmobile und Nutzfahrzeuge in Ihrer Umgebung
SKATENIGHT MÜNSTER 2010
FACEBOOK
LENZ-RADIO.DE
Neues Webradio digital serviert auf www.lenzradio.de
TERMINSUCHE


Zeitraum:
von Kalender

Fehler: Kein kein gültiges Datum !
Format: dd mm yyyy
bis Kalender
Rubrik:
FAHRPLAN-AUSKUNFT
von:
Haltestelle Str./Nr.
nach:
Haltestelle Str./Nr.


© Westfälische Nachrichten - Alle Rechte vorbehalten 2010

Impressum | Datenschutz | AGB | Sitemap | FAQ
Media-Daten | Netiquette

www.aschendorff.de | www.wn-mobil.de | www.wn-trauer.de
www.doolao.net | www.yangofamily.de | www.westline.de
www.stadtpilot.de | www.lenzradio.de | www.studentenpilot.de
www.spielen.de | www.sommerhaus.de