Münster - Münster ist landesweit ja schon so etwas wie die Hauptstadt der Tageseltern. 1100 Kinder werden hier von momentan 420 Tagesmüttern und drei Tagesvätern betreut. Rekord in NRW, ergab vor einigen Monaten ein Vergleich. Dennoch sind es noch viel zu wenige, die sich der reiz- und anspruchsvollen Aufgabe widmen wollen, stellte am Freitag Jugendamtsleiterin Anna Pohl fest.
Die Stadt will bis 2013 jedes Jahr 50 weitere Tagespflegeplätze hinzugewinnen. Denn ab diesem Jahr haben Eltern einen gesetzlichen Anspruch auf eine Betreuung für ihr unter dreijähriges Kind. Für 35 Prozent der Jüngsten, so hat das Land festgelegt, sollen dann Plätze zur Verfügung, stehen. Anna Pohl glaubt nach ihrer bisherigen Erfahrung, dass dies den Bedarf nicht decken wird. Aber um wenigstens die 35-Prozent-Quote zu schaffen, wirbt die Stadt jetzt verstärkt um neue Tagespflegepersonen. „Wer Freude am Umgang mit Kindern hat und einfühlsam mit ihnen umgehen kann, für den kann eine Tätigkeit als Tagesmutter oder -vater durchaus ein richtiger Beruf werden“, sagt Pohl. Die Tageseltern in Münster werden über die Stadt vermittelt und auch bezahlt. Bei bis zu fünf betreuten Kindern, könne man leicht auf das reguläre Erziehergehalt in einer Kita kommen, sagt Pohl. Tagesmütter und -väter sind auch renten- und krankenversichert, die Hälfte der Beiträge übernimmt die Stadt. Ebenso wie die Ausbildung.