1000 Kreuze für das Leben: Empfang mit lauten Pfiffen

Die Polizei begleitete die 100 Teilnehmer des Gebetszuges mit einem großen Aufgebot, um die 250 Gegendemonstranten und die Abtreibungsgegner voneinander zu trennen.Foto:
Die Polizei begleitete die 100 Teilnehmer des Gebetszuges mit einem großen Aufgebot, um die 250 Gegendemonstranten und die Abtreibungsgegner voneinander zu trennen.Foto:
(jvg)


Münster - Die Fetzen flogen dennoch, wenn auch nur in Form von Papierstreifen und Konfetti. Beinahe unbemerkt hatten sich geschätzte 120 Teilnehmer der Gegendemonstration zum „Gebetszug - 1000 Kreuze für das Leben“ unter die Abtreibungsgegner gemischt und machten ihre Meinung deutlich: mit buntem Wurfmaterial und Pfiffen. Erst am Startpunkt des Gebetszuges, am Aegidiikirchplatz, gelang es der Polizei, die beiden Gruppen wieder voneinander zu trennen. In Ruhe konnte Wolfgang Hering, Organisator der Aktion „1000 Kreuze für das Leben“ und Präsident von „EuroProLife“, seine Kundgebung durchführen. „Wir wollen das ungeborene Leben schützen“, so Hering. Man dürfe das hunderttausendfache Töten von ungeborenem Leben in unserer Gesellschaft nicht akzeptieren.

Diese Meinung stößt nicht überall auf Zustimmung. „Das fundamentale Gedankengut finden wir gefährlich. Wir wollen mit unserer Demonstration ein deutliches Gegengewicht setzen“, berichtete Florian Kirschbaum. Der Student war einer von rund 250 Teilnehmern, die sich bereits mittags auf dem Prinzipalmarkt mit Plakaten, Rasseln und Tröten eingefunden hatten.


Die etwa 100 Teilnehmer des Gebetszuges versammelten sich am Nachmittag auf dem Aegidiikirchplatz, um von dort aus mit weißen Kreuzen ausgestattet quer durch die Stadt zu ziehen. „1000 Ungeborene jeden Tag“, so die Aufschrift des übergroßen Banners, das die Teilnehmer der Gebetsprozession mit sich führten. Dreimal im Jahr ruft die Organisation EuroProLife, die sich als Europäische Stimme der ungeborenen Kinder deklariert, in verschiedenen Städten zu dem Gebetszug auf. „Abtreibung ist Mord. Ich bete täglich für die ungeborenen Kinder“, bekannte sich Albine Spiekermann deutlich zu den Aussagen der Gruppierung.

Für das Recht auf Selbstbestimmung über den eigenen Körper plädierten die Teilnehmer der Gegendemo, die immer wieder ins Laufen verfielen, um den Gebetszug zu überholen und mit Lautstärke zu empfangen. Beide Demos verliefen friedlich.

VON JENNIFER VON GLAHN, MÜNSTER

14 · 03 · 10



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