Münster - Die Äußerungen von Polizeipräsident Hubert Wimber zur Entkriminalisierung des Drogenkonsums schlagen hohe Wellen. Zwar bemühte sich das Polizeipräsidium gestern in einer ungewohnt langen Presseerklärung um Schadensbegrenzung. Doch ein Sprecher von NRW-Innenminister Ingo Wolf erklärte: „Wir haben Herrn Wimber gebeten, uns schnell zu berichten.“ Alles Weitere werde man dann sehen. Auch aus der Politik kommt Kritik an Wimbers Äußerungen.
Der Polizeipräsident hatte in einem Brief an den „Deutschen Hanf Verband“ die herrschende Drogenpolitik kritisiert. Die Strafbarkeit fast aller Umgangsformen mit Substanzen, die dem Betäubungsmittelgesetz unterliegen, habe keinen nachweisbaren Einfluss auf deren Konsum, hatte Wimber geschrieben. Dass dieser Brief nun auf der Internet-Seite des Verbandes, der genau genommen eine Firma ist, die sich für die Freigabe von Cannabis-Produkten einsetzt, auftaucht, bringt den Polizeipräsidenten in Bedrängnis.