Glühwein am Steuer? Fehlanzeige

40 Beamte kontrollierten in der Nacht zu Donnerstag an zehn Stellen den Verkehr, ohne einen einzigen Alkoholsünder am Steuer zu erwischen. Einen betrunkenen Radfahrer mussten sie hingegen vom Sattel winken.Foto:
40 Beamte kontrollierten in der Nacht zu Donnerstag an zehn Stellen den Verkehr, ohne einen einzigen Alkoholsünder am Steuer zu erwischen. Einen betrunkenen Radfahrer mussten sie hingegen vom Sattel winken.Foto:
(Oliver Werner)


Münster - Der freundliche Polizist steht an der Haltestelle Dreifaltigkeitskirche - und wedelt unmissverständlich mit der Kelle: Bitte rechts ranfahren, Verkehrs- und Alkoholkontrolle. Am Mittwochabend erleben das in Münsters City knapp 600 Frauen und Männer, die zwischen 17 und 4 Uhr früh unterwegs sind.

Ob auf vier oder auf zwei Rädern - bei der „Aktion Glühwein“ prüft die Polizei Passanten auf der Suche nach Alkoholsündern. Und zieht zum Abschluss dieser Nacht zufrieden Bilanz: „Auch die zweite Schwerpunktaktion beweist, dass Aufklärung und Kontrolle ihren Zweck erreichen“, betont Udo Weiss. Der Leitende Polizeidirektor, der mit 40 Kollegen an zehn Stellen der Innenstadt präsent ist, freut sich, dass bei den 485 Kraftfahrern nicht einer dabei ist, der zu tief ins Glas geschaut hat. „Das ist ja der Sinn unserer Kontrollen: abschreckend wirken und Alkoholfahrten verhindern.“


Bei den Radfahrern hat sich das allerdings noch nicht so ganz rumgesprochen: Ein junger Mann wird mit 1,6 Promille im Blut erwischt. Und nicht nur das: Er ist auch noch bei Rot über die Ampel gefahren und hat hinten einen „Beifahrer“ auf dem Gepäckträger. „Die Situation erinnerte fatal an den tödlichen Unfall an der Steinfurter Straße“, macht Udo Weiss deutlich, dass dies kein Kavaliersdelikt sei.

Ganz glimpflich geht es aber längst nicht für alle Kontrollierten aus: 40 Verwarnungsgelder werden ausgestellt, zehn Ordnungswidrigkeitsanzeigen geschrieben, zwei Strafanzeigen gestellt. Eine geht an eine Frau, die ihren „im Ausland gemachten Führerschein“ nicht dabei hat. Sie hat aber nicht damit gerechnet, dass die Beamten sie gern nach Haus begleiten, um sich das geheimnisvolle Stück anzusehen. Vergeblich, er findet sich nicht. Sie hat ihn schon vor geraumer Zeit abgeben müssen und ein Fahrverbot bekommen.

Ähnlich geht es einem 43-Jährigen, der angibt, einen Führerschein von der Elfenbeinküste zu besitzen. Auch ihm kommen die Beamten auf die Schliche: Er hat seit 20 Jahren ein Fahrverbot und seitdem keinen neuen Führerschein erhalten.

Zuckersüß endet dagegen die Kontrolle für die 200 „braven“ Fahrer: Sie bekommen einen Schoko-Nikolaus und eine hübsche Weihnachtskarte.

VON MARTINA DÖBBE, MÜNSTER

18 · 12 · 09



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