Rock'n'Roll-Netzwerker: Markus Schmauck erschuf Record-Riot-Partys

Markus Schmauck vor seinem Plattenschrank. Der 42-jährige Münsteraner besitzt rund 2000 LPs und etwa genauso viele Singles. Foto:
Markus Schmauck vor seinem Plattenschrank. Der 42-jährige Münsteraner besitzt rund 2000 LPs und etwa genauso viele Singles. Foto:
(sehu)


Münster - Beim Anblick eines solchen Plattenschranks kann ein Fan schon mal neidisch werden. 2000 LPs, 2000 Singles und 200 CDs aus der weitläufigen Welt des RocknRoll nennt Markus Schmauck sein Eigen. Rock aus den Fünfzigern oder Sechzigern, Blues, Trash, Garage-Rock, Country oder Punk - der 42-jährige Münsteraner hat Platten aus (fast) jeder Musikrichtung in seinem Schrank. Und Markus hat noch weit mehr zu bieten als seine Plattensammlung. Der gelernte Kaufmann mit abgebrochenem Studium ist DJ - unter anderem legte er im legendären Odeon auf -, erschuf die Record-Riot-Partys und organisiert seit 1995 Konzerte im Gleis 22.

Seitdem befindet er sich auf einem Feldzug gegen das Ignorantentum, gegen Leute, die der Meinung sind, Rockmusik sei tot und seit 1967 würde nichts mehr passieren. „Ich bin der Meinung, dass es zu jedem Zeitpunkt gute Musik gibt“, erklärt Markus. Deshalb bleibt er auch nicht stehen, sondern ist in Internetforen permanent auf der Suche nach jungen Bands, die gute Musik machen. Denn „qualitativ gute Musik hat nichts mit Erfolg zu tun“, weiß Markus. Deshalb schlägt sein Herz seit jeher für die Bands, die noch keine Lobby und keinen Plattenkonzern hinter sich haben.

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Aus diesem Grund hat er seine Arbeit als Konzertbooker begonnen, als er die Jungs von Steve McQueen ins Gleis holte. „Ich mochte die Band sehr gerne, leider hatte die Konzertgruppe im Gleis keine Lust, sie spielen zu lassen, da habe ich einfach selbst eine Konzertgruppe gegründet und Steve McQueen für ein Konzert gebucht.“

Mittlerweile, mit fast 15 Jahren Erfahrung und mit Hilfe von MySpace und anderen Internetforen, hat Markus sich ein richtiges RocknRoll- Netzwerk aufgebaut, in dem vor allem Bands aus den USA fest verwoben sind, „Amibands spielen gerne in Europa, weil es in den Staaten ein Überangebot an solchen Bands gibt“, erklärt Markus. „Hier finden diese Bands oft leider kaum statt, weil ihnen einfach sehr wenig Beachtung geschenkt wird.“

Und genau diese Situation versucht der Record-Riot- Mann zu verändern, indem er junge Bands unterstützt und ihnen eine Möglichkeit gibt, vor Publikum zu spielen. „Das ist meist eine Win-Win-Situation“, berichtet Markus. „Die Bands haben einen Gig und die Chance, ihr Merchandising unter das Volk zu bringen - und das Publikum und ich können ein gutes Konzert genießen“, grinst Markus.

An den Konzerten schätzt er „das Unprätentiöse und Intensive“. Ein Gefühl, das vermittelt wird, weil man weiß, dass man mit dieser Musik wahrscheinlich nie groß rauskommen wird. Das ist für den Booker natürlich auch eine ähnliche Situation, „Ich investiere viel Zeit und am Ende bleibt wenig Geld übrig, ohne Idealismus geht das gar nicht“, berichtet Markus, der die Bands aus Kostengründen sogar bei Freunden oder in seiner Wohnung übernachten lässt.

Am Ende bleibt nur noch eins zu sagen: Die Record- Riot-Konzerte vermitteln das pure RocknRoll-Gefühl und sind für die, die neugierig auf Neues sind und sich ihren Geschmack nicht diktieren lassen. Die Eintrittspreise sind dabei fast immer so angelegt, dass sie für jeden erschwinglich sind. Da spricht nichts dagegen, einfach mal vorbeizugucken. Also einfach mal gucken, was Markus im September nach Münster-Rock-City holt:


01 · 09 · 09



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