Abriss an der Grevener Straße hat begonnen

Bereits einen Tag nach der Räumung begannen gestern die Abbrucharbeiten am Haus Grevener Straße Nr. 53. Foto: kal
Bereits einen Tag nach der Räumung begannen gestern die Abbrucharbeiten am Haus Grevener Straße Nr. 53. Foto: kal


Münster - Einen Tag nach der Erstürmung der drei besetzten Häuser an der Grevener Straße haben gestern Morgen die Abbrucharbeiten begonnen. Voraussichtlich vier Wochen wird es nach Angaben der Wohn- und Stadtbau dauern, bis die Grundstücke komplett geräumt sein werden.

Auf dem Areal der Häuser Nr. 55 und 53 soll dann „zeitnah“ ein neues Wohnhaus unter anderem mit öffentlich geförderten Wohnungen errichtet werden, betonte am Freitag Dieter Riepe, Prokurist der Wohn- und Stadtbau: „Die Baugenehmigung liegt bereits vor.“ Das Grundstück, auf dem sich derzeit noch Haus Nr. 51 befindet, werde hingegen erst zu einem späteren Zeitpunkt bebaut. Zum einen gebe es noch keinen entsprechenden politischen Beschluss, zum anderen befindet sich das Haus Nr. 49 derzeit noch im Besitz der Stadt - und es ist bewohnt. Verhandlungen mit den Mietern über deren Auszug sollen in Kürze aufgenommen werden, unterstreicht Riepe.

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Unterdessen hat die Wohn- und Stadtbau die laut Polizeiangaben „versehentlich“ gestürmte Dachwohnung im überhaupt nicht besetzten Haus Nr. 49 wieder hergerichtet. Die zerstörte Tür sei ebenso ersetzt worden wie ein zu Bruch gegangenes Dachfenster, so Hausverwalter Michael Toddenroth. Der Mieter habe zusätzlich Schmerzensgeld erhalten, er wolle daher keine Anzeige wegen des Verdachts auf Hausfriedensbruch erstatten, berichtet Toddenroth weiter. Zudem sei das Treppenhaus des versehentlich gestürmten Hauses umgehend gereinigt worden.

Für CDU-Fraktionschef Heinz-Dieter Sellenriek war die Räumung der besetzten Gebäude „die logische Konsequenz aus den zuvor gefassten politischen Beschlüssen“: „Sie musste erfolgen, damit die Wohn- und Stadtbau preiswerten Wohnraum schaffen kann.“

SPD-Fraktionschef Wolfgang Heuer findet die aktuellen Entwicklungen „überaus bedauerlich“. Er hätte sich ein anderes Vorgehen gewünscht. Nun wolle die SPD alles dafür tun, dass zumindest das Eckhaus Nummer 31 erhalten bleibt. Die UWG hingegen die Räumung. Mit Blick auf die Besetzer-freundliche Haltung der Grünen meint Ratsherr Fritz Pfau: „Die Relativierung vorsätzlicher Rechtsbrüche endet immer in Anarchie auf Kosten anderer.“

Die Grünen wiederum machen für die jüngste Eskalation „ausschließlich die schwarz-gelbe Rathauskoalition“ verantwortlich. Der AStA der Universität kritisiert, dass die Polizei bei der Erstürmung mit einem Bagger damit rechnen musste, dass sich in dem Gebäude noch Menschen befinden, die bei der Aktion hätten verletzt werden können. Und auch die Besetzer selbst haben sich zu Wort gemeldet. „Das Gesamtvorgehen zeigt, welch hohen Preis man bereit ist zu zahlen, um die Forderung nach bezahlbarem Wohnraum und einem sozialen Zentrum zu bekämpfen“, schreiben sie.

VON MARTIN KALITSCHKE, MÜNSTER

27 · 03 · 09



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