Münster. „Ich heiße Alex, ich komme aus New York, und meine Frau heißt Xylofon.“ Das ist nicht einzige Liebeserklärung, die Alex Jacobowitz an diesem Abend lächelnd über die Lippen kommt. Aber würde man jemandem eine Liebeserklärung machen, der 50 Meter entfernt ist? Wohl kaum. Also winkt der Musiker jene versprenkelten Besucher, die im Waldorf-Konzertsaal schüchterne Distanz suchen, immer wieder heran: „Kommt so nah wie möglich – kostet auch gar nix mehr!“ Diesem Schelm ist nicht zu widerstehen. Fast alle folgen dem bärtigen Virtuosen, versammeln sich um seine hölzerne Braut wie um ein Lagerfeuer, das im dunklen Raum in warmen Tönen flackert. Und wäre der Saal so gut besucht gewesen, wie es diesem Musiker gebührt, hätte solche Intimität sich kaum eingestellt.
Alex Jacobowitz liebt diese Nähe, die er sich früher als Straßenmusiker verschaffte. Und er liebt sein Xylofon, dessen afrikanische Wurzeln er anekdotenreich beschreibt. Vor allem liebt er jene Klas-sik, die ihn und seine Schlägel links liegen lässt. So muss er Bach, Mozart und Beethoven eben arrangieren.