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NRW-Semesterticket: Mehrheit verfehlt

Auch zum kommenden Semester wird es kein NRW-Ticket geben.
Auch zum kommenden Semester wird es kein NRW-Ticket geben.
(Gunnar A. Pier)


Münster - Zum Jubeln gibt vor allem die Resonanz Anlass. Ein Drittel aller Studierenden der Universität, so viel wie seit Menschengedenken nicht in Münster, haben sich in diesem Jahr in der vergangenen Woche an den Wahlen zum Studierendenparlament beteiligt.

Der Grund: Die Abstimmung über die Zukunft des Semestertickets hat so viele zu den Urnen getrieben, heißt es beim zentralen Wahlausschuss, der in der Nacht zum Samstag bis sechs Uhr morgens die Stimmen auszählte. Im vergangenen Jahr stimmten lediglich knapp 25 Prozent der Eingeschriebenen ab.

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Das Quorum für die Einführung eines NRW-weit gültigen Semestertickets wurdezwar verfehlt - die Juso-Hochschulgruppe, die sich für die Ausweitung stark gemacht hatte, will nun aber versuchen, im Studierendenparlament trotzdem die Mehrheit der Stimmen für das Ticket zu bekommen, damit der AStA um Verhandlungen mit den Verkehrsbetrieben aufnehmen könne, beschreibt André Schnepper von der Juso-HSG die nächsten Schritte.

Die Bedingungen dafür liegen aber durch die Praxis an anderen NRW-.Hochschulen fest. Jeder Studierende müsste 37 Euro pro Semester zusätzlich zahlen, um im ganzen Land die öffentlichen Verkehrsmittel zu nutzen. Lediglich 74 Prozent derjenigen, die abgestimmt haben, waren dafür. Ein Anteil von 88 Prozent wäre nötig gewesen, um das selbstgesteckte Ziel der Studierendenvertreter zu erreichen.

Ob sich dafür jedoch im neuen Studentenparlament eine Mehrheit findet, ist noch ungewiss. Außer den Jusos hatte sich keine der kandidierenden Listen uneingeschränkt für die Zwangsverpflichtung zum Kauf des NRW-Tickets ausgesprochen. Die Listen Attac Campus und das Unabhängige Fachschaftenforum appellierten eindeutig für ein "Nein". Die meisten anderen Listen favorisieren ein Optionsmodell.

Das aber steht gar nicht zur Diskussion. "Entweder nehmen alle das NRW-Ticket, oder niemand", stellen die Jusos klar, die in der Abstimmung "ein deutliches Zeichen" für das Ticket sehen.

Annemarie Schlicksupp, Leiterin des zentralen Wahlausschusses, sieht das "ganz persönlich" etwas anders. Etwa ein Viertel derejnigen, die abgestimmt haben, haben sich enthalten oder waren dagegen, sagt sie.


01 · 12 · 08
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Semesterticket regional oder NRW-weit?
Während der Urabstimmung über das Fortbestehen des aktuellen Regional-Semesterticket-Vertrages und über die Umstellung von Regional-Semesterticket auf ein NRW-Semesterticket an der Uni Münster durften an den Wahlurnen weder der aktuelle Vertrag noch die mit einer Erweiterung des Tickets verbundenen Vertragsveränderungen (Link unterdrückt) eingesehen werden. Außerdem wurden zur Abstimmung über den aktuellen Vertrag falsche Zahlen vorgelegt. Auf dem Urabstimmungszettel betrug der Preis je Studierendem/r für das Semesterticket im Wintersemester 2008/2009 69,90 Euro (s. Link unterdrückt) und in dem aktuellen Vertrag, der von Studierenden geheim gehalten wird (s. Link unterdrückt) 69,60 Euro. Tatsächlich mussten aber die Studierenden dafür 70,72 Euro überweisen (s. Link unterdrückt).

Da während der Urabstimmung das für die Einführung des NRW-Semestertickets erforderliche Votum von 30 % aller Studierenden nicht erreicht wurde, wäre es auch nicht basisdemokratisch im Studierendenparlament sich darüber hinwegzusetzen und es dort doch noch einzuführen.

Falls das Studierendenparlament das NRW-Semesterticket zum Sommersemester 2009 doch noch einführt, erhöht sich der Preis des Semestertickets von zurzeit 70,72 Euro auf 71,75 Euro und um 37 Euro auf 108,75 Euro, d.h. um 54%. Nach Ablauf eines Jahres dürfte der Preis für das NRW-Semesterticket drastisch angehoben werden. Denn ist der NRW-Semesterticket-Vertrag erst abgeschlossen, wird man zu einem späteren Zeitpunkt nicht zum Regionalticket zurückkehren können, nach dem Prinzip „friss oder stirb“.

Darüber hinaus ist das NRW-Ticket den finanziell schwächeren Studierenden nicht zuzumuten. Am 17. Dezember tagt der Senat der Uni zum Thema Erhöhung der Studiengebühren. Die bisherige Belastung pro Semester an der Uni durch die Studiengebühren i.H.v. 275 Euro und den Sozialbeitrag i.H.v. 139,44 Euro beträgt 414,44 Euro. Wenn der Senat ab dem Wintersemester 2009/10 500 Euro Studiengebühren verlangt, muss man dann 679,67 Euro pro Semester zahlen: 179,67 Euro (142,67+37) + 500 Euro = 679,67 Euro, angenommen die anderen Komponenten des Semesterbeitrags - u.a. auch der Beitrag für Aufgaben des Studentenwerks Münster mit zurzeit 53,05 Euro - unverändert bleiben, was auch nicht so sicher ist. Und das wäre die Steigerung um 64%.

Laut der Grundauszählung zur 18. Sozialerhebung des Deutschen Studentenwerks aus 2007 stehen einem Normalstudierenden 740 Euro monatlich zur Verfügung. Dem gegenüber standen schon damals Ausgaben in Höhe von rund 790 Euro.

Darüber hinaus ist die Gefahr bei einem NRW-Semesterticket groß, das dieses unverhältnismäßig teuer wird und jemand deswegen erfolgreich dagegen klagt. Dann wäre das ganze Semesterticket weg, auch das regionale. Den heutigen Funktionären und Funktionärinnen der Juso-Hochschulgruppe mag das nach dem Motto "Nach mir die Sintflut" egal sein. Uns aber nicht!

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Mehrhait ist FÜR NRW-Ticket!
Genau weil Studenten venig Geld haben, muss das NRW-Ticket gewählt werden. Nur für 37 Euro im Semester bekommen wir Mobilität im ganzen NRW! Das ist doch toll! Es gibt hier so viele schöne Plätze, die ich immer besuchen wollte. Aber unglaublich große Bahntarife machen das unmöglich. Besonders nützlich ist das NRW-Ticket für die Studenten, die nicht in Münsterland wohnen. Arme müssen sehr viel Geld für Zusatztickets ausgeben. Bleiben wir solidär und wählen NRW-Ticket, die Studenten von anderen Hochschulen schon lange geniessen! Ich hoffe, dass bei uns dieses Ticket auch eingeführt wird und freue mich schon, dass ich öfter meine Freunde NRW-weit besuchen könnte.

Natali (ukrainische Studentin)

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