Mit dem Solartaxi um die Erde

Auf seinem langen Weg rund um den Globus machte der Schweizer Louis Palmer in dieser Woche mit seinem Solartaxi Station in Münster.
Auf seinem langen Weg rund um den Globus machte der Schweizer Louis Palmer in dieser Woche mit seinem Solartaxi Station in Münster.
(Foto: -bel-)


Münster - Ein Mann von Welt – buchstäblich. Doch nicht mit dem Flugzeug oder spritfressenden Boliden ist Louis Palmer seit dem ersten Juli 2007 auf seinem mittlerweile fast 50 000 Kilometer langen Weg rund um den Globus. Nein, der Schweizer hat sich mit seinem „Solartaxi“ auf den Weg gemacht, um dem Planeten zu zeigen, dass „Technologie da ist, die funktioniert.“

Am Mittwochabend machte der engagierte Verfechter von Ökoenergie auf Einladung des Arbeitskreises WWUmwelt einen Stopp in Münster und berichtete von den zahlreichen Abenteuern der vergangenen 17 Monate: „Mein Kindheitstraum ist wahrgeworden“, so der 36-jährige Palmer, der bereits mit 14 Jahren die Idee zu einer Weltumrundung hatte: „Aber mir war klar, dass ich die Schönheit der Welt bewundern will, ohne sie zu zerstören.


Ich dachte mir damals: In 20 Jahren kaufst du dir einfach ein Solarmobil und fährst los.“ Das eigentlich Erschreckende sei dann für ihn gewesen, dass es trotz der lange bekannten und verfügbaren Technologie vor seinem Start 2007 immer noch keine Solarmobile zu kaufen gegeben habe: „Vor 20 Jahren hatten wir mehr Solarautos auf den Straßen als heute. Ich bin brutal enttäuscht: Ich mache mit einer uralten Idee Weltgeschichte.“

Das Solartaxi ist eine urschweizerische Gemeinschaftsentwicklung von vier eidgenössischen Hochschulen. Und so hat es sich auch die ganzen 50 000 Kilometer verhalten: „Ich muss zugeben: Das Taxi läuft wie ein Schweizer Uhrwerk“, schmunzelt der fast zwei Meter große Eidgenosse.

Palmer ist allerdings keiner, der im kleinen Rahmen denkt. Er ist auch kein Technikfreak. Der Schweizer hat die Gesetze des Marktes und der Mediengesellschaft verstanden, schreibt regelmäßige Blogs von seiner Reise und sucht immer wieder medienwirksamen Kontakt zu Prominenten. So kutschierte er Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon durch Manhatten oder gab Bianca Jagger Fahrstunden. Ihm kommt es darauf an, den Menschen zu zeigen, dass sie die Welt nicht weiter zerstören müssen, um komfortabel zu leben: „Ich will eine Verhaltensänderung initiieren, statt immer im Kleinen an neuer Technologie zu feilen.“

Donnerstag ging Palmer die letzten paar Tausend Kilometer seiner Reise an. Über Kopenhagen, Malmö und Rostock geht es dann zu einer „Solarparty“ Richtung Berlin, um dann noch einmal einen medialen Höhepunkt bei der Weltklimakonferenz in Poznan Anfang Dezember zu erleben.

Mitte Dezember kehrt er dann in seine schweizerische Heimat Luzern zurück. Doch man darf gespannt sein, was Palmer noch so in petto hat: „Das Solartaxi ist eigentlich nur der Probelauf für eine noch viel größere Aktion.“

VON BERND LIESENKÖTTER, MÜNSTER

21 · 11 · 08



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