Tatort Domplatz: Geheimnis um Münster-Plan gelüftet

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Münster - Eines der letztem Geheimnisse des im vergangenen Jahr in Bad Homburg entdeckten Münster-Plans aus dem Jahr 1609 ist gelüftet. Nachdem Mitarbeiter des Technischen Zentrums des Landesarchivs NRW eine Überklebung entfernt haben, auf der sich zwei Personen duellieren, entdeckten sie darunter - dieselben Personen.


Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) nahm gestern von den an der Erforschung der Münster-Karte beteiligten Wissenschaftlern ein Exemplar des Buches „Tatort Domplatz“ entgegen. Foto: ah
Oberbürgermeister Markus Lewe (l.) nahm gestern von den an der Erforschung der Münster-Karte beteiligten Wissenschaftlern ein Exemplar des Buches „Tatort Domplatz“ entgegen. Foto: ah


Ein nicht unerhebliches Detail unterscheidet die beiden Federzeichnungen allerdings: In der Originalszene streckt einer der Duellanten seinen Degen dem Gegner bereits entgegen, während er auf der Überklebung erst nach dem Degen greift. Möglicherweise hatte diese nachträgliche Veränderung juristische Gründe, so die Experten.


Obwohl das Duell nur wenige Quadratzentimeter auf dem 38 mal 84 Zentimeter großen Plan einnimmt - ohne diese Auseinandersetzung würde es ihn gar nicht geben. Als es nach dem Zweikampf vom 17. Juli 1607, bei der Dietrich von Galen dem Erbmarschall Gerhard Morrien einen tödlichen Hieb versetzte, zu jahrelangen Prozessen kam, wurde das Dokument zur Veranschaulichung der Ereignisse angefertigt.

Nachdem es 2008 im Homburger Stadtarchiv aufgetaucht war, schlossen sich intensive wissenschaftliche Un-tersuchungen an, denn einen so detailreichen Plan aus jener Zeit hatte es bislang nicht gegeben. Die Ergebnisse sind nun in einem prächtigen Buch nachzulesen, das gestern im Rathaus vorgestellt wurde (siehe Kasten).

Der Publikation liegt ein Faksimile des Plans bei. Das ist umso erfreulicher, da das Original-Dokument, das in der Landesarchiv-Werkstatt in der Coerder Speicherstadt aufwendig restauriert worden war, nun wieder an seinen angestammten Platz in Bad Homburg zurückkehrt. „Ob es in Münster oder bei uns in der Schublade liegt, macht doch keinen Unterschied“, betont die dortige Stadtarchivarin Dr. Astrid Krüger. Fest stehe, dass der Plan aus konservatorischen Gründen auf keinen Fall dauerhaft - zum Beispiel im münsterischen Stadtmuseum - ausgestellt werden kann. Sollte allerdings ein Wissenschaftler das Dokument genauer untersuchen wollen, „dann ist es natürlich zugänglich“. Als Exponat zum Beispiel bei Sonderausstellungen sei aber auch eine Rückkehr nach Münster nicht ausgeschlossen, so Krüger.

VON MARTIN KALITSCHKE, MÜNSTER

07 · 12 · 09


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