Münster - Universitätsrektorin Ursula Nelles ist in letzter Zeit nicht sehr gut auf die Ludwig-Maximillians-Universität (LMU) in München zu sprechen. Die LMU spielt als Hochschule in einer ähnlichen Liga wie der Münchener FC Bayern: Vielversprechende Wissenschaftler an anderen Hochschulen werden von der Eliteunui gern abgeworben. Es treffe wiederholt die WWU, berichte Nelles neulich im Senat - und dachte laut darüber nach, ob die WWU mit neu berufenen Professoren nicht eine Mindestvertragslaufzeit vereinbaren solle.
Besonders ärgerlich sind solche Weggänge, wenn die WWU den Betreffenden zuvor teure Forschungseinrichtungen zur Verfügung gestellt hat - oft Bedingung, damit ein Wissenschaftler überhaupt komme, bestätigt Prorektorin Dr. Marianne Ravenstein. Der Evolutionsbiologe Prof. Thorsten Reusch war so ein Fall: Für seine Forschungen baute die Uni für mehrere Millionen Euro das Institut an der Hüfferstraße um. Noch bevor die Anlage fertig war, zog Reusch zwar nicht an die LMU, aber nach Kiel ans Leibniz-Institut für Meereswissenschaften.