Münster - Christian Gwenner kann vergleichen. Er hat die Universität Münster als Student auch auf zwei gesunden Beinen kennengelernt. Seit einem Unfall ist er auf den Rollstuhl angewiesen und merkt immer wieder, wie mühselig die Wege nun geworden sind. Manche Einrichtungen der Uni sind für ihn gar nicht benutzbar. Dazu gehört in der langen Umbauzeit seit Mai 2007 die Unibibliothek. Dort gab es keine Behindertentoilette, „jedenfalls konnte mir niemand vom Personal sagen, wo ich eine Toilette finde, in die ich mit meinem Rollstuhl hineinkomme“, sagt Gwenner, der Geschichte, Soziologie und Politik studiert. „In der Tat misslich“, bestätigt Harald Buch, der technische Leiter der ULB. Inzwischen sei im neu gebauten Torhaus aber wieder eine für Rollstuhlfahrer zugängliche Toilette in Betrieb genommen worden, bei der Toilette im Lesesaal funktioniere noch immer nicht die Alarmierung. „Deshalb kann der Raum nicht freigegeben werden“, bedauert Buch.
Christian Gwenner hat sich nicht lange mit Suchen aufgehalten, sondern ist ins Fürstenberghaus ausgewichen. Dort komme er problemlos in die Bibliothek, lobt er den Umbau des Hauses.