Sendenhorst. Hat da eine Regisseurin sämtliche „Landeier“-Klischees herbeigezerrt, die schlimmsten stilisiert und mit einem Schuss eigener Fantasie zu einem Gruselkabinett verwoben? Das am Sonntagabend im Haus Siekmann aufgeführte Stück „Gottverlassen“ der münsterischen Regisseurin Stefanie Bockermann könnte man zweifellos so sehen.
Der Beginn: Sie ist schwanger, sagt sie, er freut sich – wie harmonisch. Aber warum ist sie so bedrückt? Schnell macht „Gottverlassen“ klar: Hier stimmt Grundsätzliches nicht, hier „auf dem Dorf“. Er ist gerade verwitwet, sie vermeintliches Inzest-Opfer. Richtig laut sagt es der Bürgermeister nach einigen Schnäpsen: „Das weiß ja jeder.“