Sehnsucht nach der See

Das Duo Ursula und Frank O´Keefe präsentierten mit Musik und Dias beeindruckende Landschaftsbilder und Impressionen aus dem gemütlichen Leben in einem irischen Dorf.Foto:
Das Duo Ursula und Frank O´Keefe präsentierten mit Musik und Dias beeindruckende Landschaftsbilder und Impressionen aus dem gemütlichen Leben in einem irischen Dorf.Foto:
(Irmler)


Sassenberg - Irisches Flair herrschte am Sonntagabend in der Begegnungsstätte Mühle. Die Volkshochschule Warendorf hatte zu einem unterhaltsamen Abend eingeladen, der den zahlreichen Zuhörern Irland und das dortige Leben am Meer näher brachte.

Dabei besang die Band „Fairing“ typische Szenen von der „grünen Insel“. Unterstützend zur Musik hatte das Duo Ursula und Frank O´Keefe einen Diaprojektor aufgebaut, mit dem sie zahlreiche Landschaftsbilder und Impressionen aus dem gemütlichen Leben in einem irischen Dorf präsentierten. So war es für die Zuhörer noch einfacher, sich gedanklich auf eine Reise auf die Insel zu begeben.


Mit ihrem neuen Programm „The sea around us“ statteten die Musiker Sassenberg nicht zum ersten Mal einen Besuch ab. Die Iren, die in Deutschland aufwuchsen, konnten schnell ihre Eindrücke vom Seefahrervolk an die eher weniger maritim geprägten Westfalen weitergeben.

Die Küste und das Meer seien für die Geschichte Irlands sehr wichtig gewesen. So verwies Frank O´Keefe darauf, dass im Mittelalter Schiffe für England gebaut wurden. Grundsätzlich müsse man sich die Insel als riesigen Wald vorstellen, der nur schwer zu passieren gewesen sei. Wenn diese Eigenschaft sich in der Vergangenheit auch ein wenig gewandelt hat- ein Großteil der irischen Städte liegt weiterhin an der Küste oder an Flüssen. Bei einer Küstenlänge von insgesamt 5 600 Kilometern liege kein Ort weiter als 100 Kilometer vom Meer entfernt, so O´Keefe.

Die Musik des Duos thematisierte Geschichten aus dem Alltag der Inselbewohner und hatte auch so manche Überraschung parat. „Es gibt viele Lieder über männliche Helden. Hier ist eines über einen weiblichen irischen Helden!“ Eine Frau aus gutem Hause liebte einen Bauernsohn. Dies missfiel dem reichen Vater, so dass er den unerwünschten Mann auf ein Marineschiff kommandieren ließ. Doch seine Tochter folgte ihrer großen Liebe aufs Meer.

Nicht fehlen durften Lieder, die sich nicht allzu ernst gemeint mit dem Alkoholkonsum der Iren beschäftigten. Doch auch hier gab es ernste Themen. So etwa die weitverbreitete Praxis, kräftigen Männern an einem Abend im Pub große Mengen Alkohol zu spendieren, um diese dann für den Dienst als Matrosen zu verpflichten. Diese wachten dann überrascht an Bord eines Schiffes auf.

Der Ursprung der bekannten Shanty-Musik wurde ebenfalls- verknüpft mit der einen oder anderen Anekdote- erläutert. Bei dieser Musik handelte es sich ursprünglich um Arbeitslieder der Seemänner. Typisch für diese Lieder sei, dass sie meistens irische Melodien besäßen, so das Duo. Auf dem Weg von Europa nach Amerika entstanden so zwischen 1830 und 1860 die meisten Shantys.

Dem Publikum bot sich so ein eindrucksvolles Bild von Irland. Alltägliches, Rückblicke in die Geschichte - alles in allem ein sehr gelungener Abend, der den Gästen den irischen Alltag näherbrachte.


09 · 03 · 10



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