Mettwurst-Mord im Venn

„Geteiltes Leid“ scheint es bei Schlachter Tönne Bördeken (Thorsten Elfenkemper) und seinem Lehrling Willem (Matthias Tünte) nicht zu geben.Fotos:
„Geteiltes Leid“ scheint es bei Schlachter Tönne Bördeken (Thorsten Elfenkemper) und seinem Lehrling Willem (Matthias Tünte) nicht zu geben.Fotos:
(Waßmann)


Füchtorf - „Wenn ich schwärme, glaubst Du es nicht und wenn ich stöhne, hilft es nicht. . .“, klagt der Nachbar von Vohrmanns (Hermann Kellermann) der Wirtin und Metzger-Frau Kathrin (Christiane Wessel) sein Leid. Ums Glauben, um Vertrauen und sehr persönliches Empfinden verschiedenster Leidensstufen geht es bei der plattdeutschen Komödie „Mettwuorstspook“. Sehr zur Freude der Zuschauer gibt es dabei reichlich Verwicklungen, Verdächtigungen und mir nix, dir nix ist gar die Rede von Raub und Mord. - Was so 20 Pfund Mettwurst mehr oder weniger doch für ein Chaos rund ums Venn anrichten können. . .

Das Premieren-Publikum am Mittwochnachmittag im Saal der Gaststätte „Zur Linde“ ist rundum begeistert. Von den Schauspielern, dem Bühnenbild und dem „Mettwuorstspook“.


Lob und Anerkennung gibt es auch vom Autor des Stückes. „Die machen das klasse“, schwärmt Richard Schmieding. Als sogenannter „Evakuierter“ aus Münster, der ein paar Jahre in Füchtorf lebte, schrieb er die Komödie als kleines „Dankeschön“ für all die Hilfe, die er im Spargeldorf erfahren hat. Die Erstaufführung des Stückes erlebte Füchtorf 1959. Sieben Frauen und Männer, die damals auf der Bühne standen, klatschen am Mittwoch ebenfalls begeistert Beifall.

Geklagt und gezetert wird nur auf der Bühne. Aber auch dort gibt es zum Glück nur wenig, was sich nicht mit einem kleinen Gläschen Wacholder herunterspülen lässt. Bis auf die Wut über die Post vom Finanzamt. Die „Räuber und Christenverfolger“ kommen gar nicht gut weg beim Metzger (Thorsten Elfenkämper), der seine Wut über „Gott und die Welt“ an seinem Lehrling Willem (Matthias Tünte) auslässt.

Besonders gut rüber kommen die plattdeutschen Sprichworte und Szenenapplaus gibt es nicht nur für den Fluch „heiliger Strohsack und Töttchen“.

Es überzeugen unter der Regie von Ewald Elfenkämper: Birgit Versmold, Monika Wessel, Christiane Wessel, Elisabeth Dingwerth, Thorsten Elfenkemper, Matthias Tünte, Ludger Wessel, Hermann Kellermann und Norbert Maffert. Bei kleinen Textunsicherheiten hilft Souffleuse Annette Buddelwerth.

VON MICHELE WASSMANN, WARENDORF

04 · 03 · 10



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