Freude nach dem Sommermärchen

Beliebtestes Objekt und „Erkennungszeichen“ der „Stillen Winkel 2010“: Die Spiegelkugel von Sandra Silbernagel erfreut die Everswinkeler dauerhaft.Fotos:
Beliebtestes Objekt und „Erkennungszeichen“ der „Stillen Winkel 2010“: Die Spiegelkugel von Sandra Silbernagel erfreut die Everswinkeler dauerhaft.Fotos:
(Meyer)


Everswinkel - Es war das vorgezogene Sommermärchen in Everswinkel. Sechs Wochen Skulpturen-Spaß in den verschiedensten Winkeln der Gemeinde. Aus stillen Winkeln wurden stark frequentierte Winkel. Bewunderung und Verwunderung, Faszination und Provokation - alles war dabei. Für den Kulturkreis Everswinkel ein Glücksfall, ein selbst erarbeiteter wohlgemerkt. Im Schul-, Sport- und Kulturausschuss zogen der Kulturkreis-Vorsitzende Holger Beller und der Sprecher des „Arbeitskreises Bildende Kunst“ eine rundum zufriedene Bilanz.

„Es war das größte, ambitionierteste, teuerste und anstrengendste Projekt, das sich der Kulturkreis jemals vorgenommen hat. Und das erfolgreichste“, stellte Beller heraus und erntete ein anerkennendes Kopfnicken der Kommunalpolitiker. Vor allem mit den Kinder- und Jugendprojekten sei man in eine Zielgruppe vorgestoßen, die sonst beim Stichwort Kunst nicht immer das erste Klientel sei. Als „Motor“ der Skulpturenschau bezeichnete Beller den Arbeitskreissprecher Schulze. Auch im Hinblick auf die Kosten des Projektes zeigte sich der Vereinsvorstand gelöst. „Wir haben finanziell eine Punktlandung hinbekommen.“ Mit 55 000 Euro Aufwand habe man kalkuliert, derzeit liege man bei 56 000 Euro. Davon trägt der Kulturkreis 11 000 Euro aus eigenen Mitteln, 15 000 Euro beträgt der bereits im Februar angekündigte und im Juni im Regionalrat noch einmal aufgeführte Landeszuschuss, und den Rest tragen die Sponsoren, in vorderster Linie die Kulturstiftung der Sparkasse und die Provinzial-Versicherung. Dazu kamen auch viele Sachleistungen von Firmen oder Privatpersonen. „Ein herzlicher Dank geht an die Gemeinde, ohne deren Unterstützung wir es nicht geschafft hätten“, ergänzte Schulze.


Beller hielt auch noch eine Überraschung bereit: Neben der beliebten Spiegelkugel von Sandra Silbernagel, die angekauft wurde (die WN berichteten), bleibt auch das Boden-Kunstwerk „Oszillation“ zumindest noch bis zum nächsten Sommer erhalten. Mit der Grundstückseigentümerin habe man eine entsprechende Regelung getroffen, und Künstlerin Luka Fineisen „hatte sich sehr gewünscht, sie möchte einmal Schnee darauf sehen“, verriet Schulze.

Der Arbeitskreissprecher stellte seiner Bilanz eine Frage voraus: „Haben wir das erreicht, was wir wollten?“. Ziel sei es gewesen, an die Stille-Winkel-Ausstellung von 1998 anzuknüpfen - „ein enormer Erfolg für den damals noch sehr jungen Kulturkreis“ - und eine Skulpturen-Ausstellung „auf hohem Niveau zu machen“. Mit Jan Hoet habe man einen namhaften Schirmherrn gefunden. „Als künstlerischer Berater ist er seiner Aufgabe gerecht geworden“, so Schulze, der auch den Verkehrsverein für die Zusammenarbeit lobte. Einen Haken kann der Kulturkreis auch hinter der Zielvorgabe machen, mit der Schau eine breite Bevölkerung anzusprechen.

Offiziell wurden 25 Führungen mit rund 400 Gästen (davon ein Viertel von außerhalb) registriert, die über den Verkehrsverein gebucht und von fünf Kunststudentinnen aus Münster geleitet wurden. Dazu kämen laut Schulze wohl 15 Führungen auf privater Ebene mit zirka 65 Teilnehmern und die nicht zählbaren Einzelbesucher. Auch die Führungen von Kindern für Kinder - 17 an der Zahl mit insgesamt über 300 Kindern - seien ein voller Erfolg gewesen. Schulze wertete darüber hinaus das Rahmenprogramm mit vier Mal „Musik im Alltag“, den „Winkel-Märchen“, dem „Duo Bozza“ („eine wunderbare Veranstaltung, leider nicht gut besucht“) und dem den Hoet-Vortrag mit über 100 Zuhörern als Gewinn für das Projekt. Bei seinem Resümee blieb Schulze etwas nüchtern im Bürokratendeutsch hängen: „Wenn ich Ziele und Ergebnisse vergleiche: Die Zielerreichung ist vorhanden, ich bin zufrieden.“ Übersetzt sollte das wohl heißen: „Unsere Wünsche sind in Erfüllung gegangen, ich bin glücklich.“

VON KLAUS MEYER, WARENDORF

30 · 07 · 10



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