Alverskirchen - So ist das manchmal mit der Routine. Da stehen Ausschuss-Beschlüsse zu einem Thema an, die Finger der Kommunalpolitiker schnellen nach oben - oder auch nicht - und in der Regel hat man als Beobachter das Meinungsspektrum von pro bis contra schnell erfasst. Im Bezirksausschuss standen am Dienstag immerhin 16 Beschlüsse zum projektierten Baugebiet „Königskamp“ zur Entscheidung an. Zustimmung (CDU und FDP) und Ablehnung (SPD) schienen nach den ersten Beschlüssen zum Flächennutzungsplan klar. Routine. Doch beim 16. Beschluss, beim Schwur zum Bebauungsplan, kam es dann doch ganz anders. Eine weitere Gegenstimme, die so schnell gar nicht wahrgenommen wurde, die aber Folgen haben kann.
Dagmar Brockmann von der FDP war es, die - nach der Zustimmung zu den vorangegangenen Beschlüssen - beim Bebauungsplan-Beschluss ihr Abstimmungsverhalten um 180 Grad drehte. Zuvor hatte sie in der Diskussion bereits die „sehr engen Gestaltungsvorgaben“ des Bebauungsplans kritisiert; die Liberalen möchten den Bauherren mehr Freiheiten einräumen. Kritik auch daran, dass die Gestaltungsfragen nicht im Bezirksausschuss - sprich in Alverskirchen - erörtert worden seien. An dieser Stelle schlüpfte Ausschussvorsitzender Karl-Theo Gerd-Holling (CDU) kurzerhand ins Büßergewand. „Es war ein Fehler von mir, das nehme ich auf meine Kappe, und das soll nicht wieder vorkommen“, kommentierte er die seinerzeitige Entscheidung, die Diskussion um die Gestaltungssatzung an den Planungsausschuss weiterzugeben, um Zeit zu sparen.