Bildung und Erziehung im Einklang

Agaly Schulze-Wartenhorst und Hans Kösters vom Katholischen Bildungswerk begrüßten Astrid Birkhahn (r.) als kompetente Referentin zum Thema Bildung für Kinder.Foto:
Agaly Schulze-Wartenhorst und Hans Kösters vom Katholischen Bildungswerk begrüßten Astrid Birkhahn (r.) als kompetente Referentin zum Thema Bildung für Kinder.Foto:
(Maas)


Everswinkel - Unter welchen Bedingungen lernen unsere Kinder am Besten? Welche Schulform ist für mein Kind am besten geeignet? Ist G8 eine Chance zum schnellen Lernen oder doch eher Lernen unter zu hohem Druck? Diese und andere Fragen stellen sich Eltern, wenn ihr Kind die Grundschule verlässt und sie sich für eine weiterführende Schulform entscheiden müssen. Um Antworten auf diese Fragen zu finden und Hilfe bei der Auswahl der künftigen Schule zu geben, referierte Astrid Birkhahn, Everswinkeler CDU-Landtagskandidatin und beruflich Seminarleiterin zur Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrer am Studienseminar Münster, über „Die beste Förderung für unsere Kinder“.

Zu dem vom Katholischen Bildungswerk Everswinkel-Alverskirchen organisierten Vortrag im Pfarrheim erschienen allerdings nur sehr wenig Interessierte. Dennoch wurden in einer anschließenden Diskussionsrunde gemeinsam Erfahrungen, Probleme und eventuelle Lösungsvorschläge erörtert. Astrid Birkhahn schilderte zunächst die in ihren Augen optimalen Lernbedingungen für Kinder. Wichtig sei, dass bereits im anfänglichen Grundschulunterricht „Neugierde, Interesse und Entdeckerlust“ geweckt werden müssten, um den Kindern Spaß am Lernen zu vermitteln. „Das Kinderbildungsgesetz, insbesondere die Sprachförderung, ist ein richtiger Weg, wenn man Kinder mit Defiziten auf den Grundschulunterricht vorbereiten will“, so Birkhahn. Nur so könne man für alle Kinder die gleichen Voraussetzungen schaffen.


Die wichtigste Entscheidung, welche Schulform oder welche Schule für das Kind am Besten geeignet seien, müssten die Eltern gemeinsam mit dem Kind entscheiden. „Die Kinder gehen oft danach, auf welche Schule ihre Freunde gehen oder welcher Tag der offenen Tür ihnen am besten gefallen hat.“

Doch die Eltern sollten genauer hinschauen, wie das jeweilige Angebot der Schule aussehen würde. „Die Eltern müssen nachfragen, wie es in der Schule mit der Klassengröße aussieht, wie die fachliche Ausstattung ist.“ Auch seien Wahlmöglichkeiten im Ganztagsangebot der Schule entscheidend, denn „so verschieden wie die Familien sind, so verschieden müssen auch die Angebote der jeweiligen Schulen sein“, betonte die CDU-Politikerin.

Neben der Fahrzeit zur Schule, die in Birkhahns Augen sehr niedrig sein sollte, sollten sich die Eltern auch für die Eingebundenheit der Schule in dem Ort interessieren, denn Schulen bräuchten Kooperationen mit ortsansässigen Betrieben. „Die Schüler müssen schon sehr früh eine Einblick in einen Betrieb bekommen und nicht erst zum Schülerpraktikum in der neunten Klasse.“ Die Verbundschule stelle hierbei einen großen Vorteil dar, da sie eine weiterführende Schule vor Ort sei, die die Eingebundenheit in den Ort erheblich erleichtere und sich so zu besseren Kooperationsmöglichkeiten mit den Betrieben eigne.

Generell ermögliche es das Schulsystem in NRW, einen hohen Schulabschluss in „ganz unterschiedlichem Tempo“ erreichen zu können. Deshalb sieht Birkhahn in der G8-Reform eine Chance, schnell zu lernen. Jedoch müssten die Eltern genau entscheiden, ob diese Schulform zu ihrem Kind passen würde, da G8 eine intensivere Lernzeit bedeute. „Kinder brauchen eine unterschiedliche Zeit, sich zu entwickeln und diese Zeit muss man ihnen geben!“

Im Allgemeinen benötige die Schule fachlich kompetent und besonders pädagogisch geschulte Lehrkräfte, die vertrauensvoll mit den Eltern zusammenarbeiten würden, denn „die Schulen dürfen nicht vergessen: Kerngeschäft ist nicht nur der Unterricht, sondern auch die Erziehung. Daher ist die pädagogische Ausbildung der Lehrer sehr entscheidend. Bildung und Erziehung müssen im Einklang geschehen!“

In der anschließenden lebhaften Diskussionsrunde räumte Birkhahn ein, dass es aktuell noch viele Probleme in der verkürzten Gymnasialzeit gebe, da die Lehrpläne noch nicht angepasst seien und dass auch viele Lehrer an alten Themen festhalten würden. Dennoch tue sich etwas in der Bildungspolitik, besonders in der Lehrerausbildung. „Doch es ist ein sehr langer Weg bis sich etwas Grundlegendes ändert. Manchmal sogar fast ein ganzes Schülerleben.“


09 · 03 · 10



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