Kioskbesitzerin Helga (Gabi Gerwin), Chefsekretärin Ulla (Andrea Cremann), und die Mieter Bernhard Stumpe, Ulla Eckel und Christian Stetzkamp (v.l.) legen die Marschroute fest, damit das Haus nicht verkauft wird. Fotos: (Niesmann)
Everswinkel - Der weiße Hai ist angekommen im Mehrfamilienhaus von Hilde (Ulla Eckel), Max (Bernhard Stumpe) und Stefan (Christian Stetzkamp) und jagt den Mietern ganz schön Angst ein. Zwar ist der Immobilienmakler Hermann Hermsdörfer alias Günter Glose mit dem tierischen Beinamen nicht ganz so gefährlich wie sein schwimmender Namensvetter, dafür aber verdammt skrupellos und nur an seinem Profit orientiert.
Ganz und gar nicht am Profit orientiert ist die Kolping-Spielschar, deren plattdeutsches Theaterstück „Nix is auck watt“ am Samstagabend in der gut besuchten Festhalle eine umjubelte Premiere feierte. Der Erlös der insgesamt fünf Aufführungen geht nämlich wie in jedem Jahr an einen guten Zweck.
Mit dem guten Zweck hat Miethai Hermsdörfer aber nicht so viel am Hut. Deshalb träumt er nach dem Tod der Hausbesitzerin des Mehrfamilienhauses auch davon, es in eine vornehme Adresse zu verwandeln und von Grund auf zu sanieren. Das entspricht auch dem Wunsch von Rolf Rhode (Ludger Böckmann), einem tüchtigen Geschäftsmann und Erben des Hauses. Zwillingsbruder Robert Rhode (Ludger Böckmann) und ebenso rechtmäßiger Erbe hat aber ganz andere Pläne mit dem Altbau: Er möchte das Haus behalten und weiß damit natürlich die Mieter auf seiner Seite.
Immobilien-Hai Hermann Hermsdörfer (Günter Glose,l.) und Rolf Rhode (Ludger Böckmann) nehmen für ihre Umbau-Pläne schon einmal den Kiosk von Helga (Gabi Gerwin) genauestens unter die Lupe.
Die sitzen am liebsten im Kiosk von Helga (Gabi Gerwin), dem Dreh- und Angelpunkt der Geschichte. Bei einer Flasche Bier beratschlagen und diskutieren sie eifrig, mit welcher Marschroute sie den Verkauf des Hauses stoppen können. Währenddessen schlägt die ebenso gutmütige wie auch durchsetzungsfähige Kioskbesitzerin sich mit den nicht immer ganz einfachen, aber auf jeden Fall sehr interessanten und illustren Gestalten herum, die im Kiosk einkaufen.
Nach langem und amüsanten Hin und Her kommen die Mieter zu dem Schluss, dass Helga Robert bezirzen soll, um ihn als Verbündeten gegen den Miethai zu gewinnen. Robert gefallen die Bemühungen so gut, dass er ihr vorschlägt, seinen Anteil am Haus zu verkaufen und mit ihr mehrjährige Flitterwochen auf Mallorca zu verbringen. Auch vom Finanzmakler bekommt Helga ein verlockendes Angebot: Falls sie es schaffen sollte, den „uneinsichtigen“ Zwillingsbruder zum Verkauf zu bewegen, lacht Bargeld in nicht unbeträchtlicher Höhe. Und so spitzt sich die Lage zu und das Chaos nimmt seinen Lauf
Am Ende, so viel sei verraten, kommt in dieser turbulenten Geschichte alles ganz anders, als man zunächst denkt. Aber bis es soweit ist, müssen sich die Zuschauer noch so einige Lachtränen aus den Augen wischen. Kein Wunder, war das schauspielerische Talent aller Akteure trotz einiger winziger, aber dafür umso lustigerer Pannen restlos überzeugend. Und so freute sich auch Souffleuse Annette Glose über den einen oder anderen Einsatz. Neben vielen bekannten Gesichtern gaben auch einige neue Darsteller ihr Debüt, und es tummelten sich so viele Schauspieler wie noch nie auf der Bühne.
Begeistert und gut unterhalten waren die vielen Gäste der Premierenvorstellung von „Nix is auck watt“ am Samstagabend in der Festhalle. Drei weitere Aufführungen folgen am kommenden Wochenende.
Wer sich das Theaterstück mit witzigen und ideenreichen Dialogen, wie man sie so treffend nur auf Plattdeutsch ausdrücken kann, nicht entgehen lassen möchte, der hat dazu noch bei den Aufführungen am Freitag, Samstag (jeweils 19.30 Uhr) sowie am Sonntag (15.30 Uhr) - 12., 13. und 14. März - Gelegenheit.
Es lohnt sich, gerade weil es eine amüsante Geschichte ist, die davon erzählt, was wirklich wichtig ist im Leben. Und das ist ganz bestimmt nicht das liebe Geld.