Mehr jüngere Menschen begeistern

Das Vorstandsteam des Drensteinfurter Synagogenvereins (v.l.): Margarete Silling, Dr. Walter Huge, Dr. Kurt Omland, Sabine Omland, Waltraud Angenendt, Bruno Polajner, und Hansgeorg Hartberger.Foto:
Das Vorstandsteam des Drensteinfurter Synagogenvereins (v.l.): Margarete Silling, Dr. Walter Huge, Dr. Kurt Omland, Sabine Omland, Waltraud Angenendt, Bruno Polajner, und Hansgeorg Hartberger.Foto:
(-dia-)


Drensteinfurt - Zwei Tendenzen zeichnen sich nach Ansicht von Dr. Kurt Omland bei den Veranstaltungen des Fördervereins Alte Synagoge ab. Zum einen sieht der erste Vorsitzende ein immer größeres Engagement von Schulen, sofern die Schüler durch Patenschaften oder Bastelaktionen selbst aktiv werden können. Bei der diesjährigen Mitgliederversammlung in der Alten Post sprach er sich deshalb dafür aus, verstärkt Veranstaltungen zu initiieren und zu unterstützen, die Kinder und Jugendliche mit einbinden. Zum anderen sieht er aber auch einen Wandel bei der Art der Veranstaltungen insgesamt.

Anfangs stand für den Förderverein wie für viele Stewwerter die Aufarbeitung der Geschichte des Judentums in Drensteinfurt im Vordergrund. Mit Vorträgen und der Einladung ehemaliger Mitglieder der jüdischen Gemeinde bezogen sich die Veranstaltungen auf das Verhältnis des Orts zum dunkelsten Kapitel seiner Geschichte. Neben Gedenkveranstaltungen fand in den vergangenen Jahren aber eine räumliche und thematische Ausweitung statt. Diese lässt sich am Vortrag über die umstrittene Wehrmachtsausstellung aus Berlin genauso wie an der Ausstellung zu Fremdarbeitern, die aus Münster geholt wurde, ablesen. Zudem stieg das Interesse an jüdischen Brauchtümern und damit am Leben der Juden selbst.


In den vergangenen drei Jahren bezog der Förderverein auch verstärkt aktuelle gesellschaftliche Probleme mit ein. So beteiligten sich die Aktiven 2009 am „Sommerfest zum Jahr der Integration“. Die ehemalige Hauptschullehrerin Lamya Kaddor berichtete im März vergangenen Jahres über ihre neue Koranübersetzung für Schüler. Dabei beließ sie es nicht bei einem wissenschaftlichen Vortrag, sondern sprach auch über die Praxis des Zusammenlebens in der Schule. Zum Gedenken an die deportierten Drensteinfurter gingen Pastor Walter Gröne und die Pfadfinder am 11. Dezember die Stolpersteine ab, die der Verein zuvor an den Stellen im Stadtgebiet verlegt hatte, wo Juden einst wohnten. Diese „symbolische Putzaktion“ will Dr. Kurt Omland auch in Zukunft fortsetzen, um das Gedenken aufrechtzuerhalten.

2010 steht wieder einiges auf dem Programm. Neben Führungen ist eine Buchausstellung für Anfang November geplant. Durch verschiedene Lesungen will der Verein an Schüler wie an Erwachsene herantreten. Denn trotz des vielseitigen Engagements besonders in Zusammenarbeit mit Schulen sahen die Mitglieder bei der Einbeziehung der 30- bis 50-Jährigen noch Nachholbedarf. Im Mai hoffen die Aktiven auf den Besuch von Günther Kaufmann und seiner Frau. Im vergangenen Jahr hatte Sabine Omland den in Israel lebenden Juden, der Verwandte in Drensteinfurt hatte, das Buch „Juden in Drensteinfurt“ zugeschickt. Obwohl Kaufmann bereits 91 Jahre alt ist, habe er großes Interesse, die Stadt seiner Familie mit der Synagoge zu erleben. Gleichzeitig hofft Omland auch, dass sie Kaufmanns Frau für ein Zeitzeugengespräch in einer Drensteinfurter Schule gewinnen kann. Denn während ihr Mann bereits vor Kriegsbeginn nach Israel auswanderte, lebte sie sechs Jahre im Versteck bei einer Bäuerin in Preußen.

Auch personelle Fragen wurden geklärt. Mit Waltraud Angenendt wurde der Vorstand sowohl um ein neues Gesicht als auch um einen neuen Posten bereichert. Sie übernahm das Amt eines dritten Beisitzers. Bei der übrigen Ämterverteilung setzte der Förderverein Alte Synagoge auf Kontinuität. Dr. Kurt Omland bleibt erster Vorsitzender. Ihm steht Dr. Walter Huge als zweiter Vorsitzender zur Seite. Auch wenn Huge sich weiter aktiv im Verein engagieren will, sprach er sich auch dafür aus, nach frischen Gesichtern für die Vorstandsarbeit zu suchen. Schriftführerin bleibt Hansgeorg Hartberger. Auch Kassiererin Margarete Silling wurde in ihrem Amt bestätigt. Alison Kreuzer und Sabine Omland bekleiden zwei weitere Posten als Beisitzer. Die Kasse wird im neuen Geschäftsjahr von Bruno Polajner und Pfarrer Gröne geprüft.


03 · 03 · 10



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