Appetitanreger für Pütt-Gastro:
Bistro ab Montag wieder offen

Kurz geschlossen, ab Montag wieder mittags geöffnet: die Gastronomie neben der ehemaligen Weißkaue von „Westfalen“. Foto:
Kurz geschlossen, ab Montag wieder mittags geöffnet: die Gastronomie neben der ehemaligen Weißkaue von „Westfalen“. Foto:
(Jörg Pastoor)


Ahlen - Es war für Harald Hoppe ein überzeugendes Konzept gewesen: ein altes Zechengelände als Gewerbegebiet unter den Leitmotiven „Erneuerung und Lebensqualität“. Deshalb hatte der erfolgreiche Bio-Caterer aus Kassel es mit einem Bistro an der ehemaligen Weißkaue von „Westfalen“ versucht. Aber abgesehen von der Versorgung mancher Veranstaltung und Gästen, die sich hin und wieder das nach ökologischen Prinzipien hergestellte Essen schmecken ließen, war das kein lohnendes Geschäft für den Kasseler. Er zog sich aus dem Bistro zurück.

Vor kurzem hatte sich dann Ryck Purschke dem Projekt zugewandt. Der Betreiber der Kletteranlage „Big Wall“ nebenan wollte mit der in „Sohle 1260“ getauften Gastronomie ein Zusatzangebot für seine Gäste schaffen. Auch hier jedoch nach kurzer Zeit: Rückzug. Purschke zu den Gründen gegenüber der „AZ“: „Wir waren letztes Jahr im Sommer nach Übernahme ja gut besucht. Es ist eine wunderbare Aussicht von der Terrasse.“ Purschke glaubt an den Standort, aber: „Es geht hier einfach nicht so voran, wie wir es erwartet haben.“ Zu der Idee, während der Südafrika-WM öffentlich Spiele zu übertragen, kam es also nicht mehr.


Das Problem eines gastronomischen Betriebs in einem Gewerbegebiet wie dem auf der Zeche ist schnell benannt: Laufkundschaft. „Eins ist natürlich klar: Die Gastronomie braucht eine aktive Weißkaue“, sagt Hermann Huerkamp, der Geschäftsführer der Projektgesellschaft Westfalen. Dort war bis vor kurzem das zunächst vom „Baufairbund“ und dann von der Mittelstandsinitiative betriebene Baumedienzentrum. Doch der „Baufairbund“ konnte es nicht halten, die Mia ist zahlungsunfähig (wie bekannt). Aktuell hat Hermann Huerkamp aber eine Alternative aufgetan: „Ein Ingenieurbüro aus Oelde prüft die Vermarktung des Zentrums als Bildungseinrichtung und Herstellerausstellung.“ Die bestehende Schau aus echten „halben“ Häusern könnte dazu auf den Schwerpunkt „Bauen im Bestand“ und „Energetische Sanierung“ umgeschaltet werden. Das prüft besagtes Büro gerade zusammen mit potenziellen Kooperationspartnern, was aus Sicht von Huerkamp „eine relativ positive Entwicklung“ ist.

Allerdings will er nicht bis in alle Ewigkeit warten. „Wir sind so verblieben, dass wir Rückmeldung erhalten, wenn es nicht bis Mitte des Jahres klappt.“ Dann wäre für ihn die Zeit des Baumedienzentrums auch abgelaufen. Es würde dann abgebaut. Sein „Plan B“ kann für ihn nur aus einer Folgenutzung „im Freizeitbereich“ bestehen. Wie die genau aussieht, vermag er noch nicht zu sagen.

Sicher ist jedenfalls unabhängig von der Bespielung der alten Weißkaue, dass es für die ehemalige „Sohle 1260“ eine Zwischennutzung gibt. Der Pächter der Arbeitsamts-Kantine wird als Test ab nächster Woche in der Pütt-Gastro einen Mittagstisch anbieten. „Um mal zu gucken, wie sich das bewährt“, erklärt Hermann Huerkamp.

VON JÖRG PASTOOR, AHLEN

12 · 03 · 10



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