Neues Hallenbad: Schwimmen für 3,80 Euro

Genug geplanscht: Mit dem Spaßbecken verschwindet das ganze Freizeitbad. Auf sechs Bahnen wird in Zukunft richtig geschwommen.Foto:
Genug geplanscht: Mit dem Spaßbecken verschwindet das ganze Freizeitbad. Auf sechs Bahnen wird in Zukunft richtig geschwommen.Foto:
(Ulrich Gösmann)


Ahlen - 3,80 Euro für Erwachsene, 2,20 Euro für Kinder: Das sind die Eintrittspreise, die Hans Jürgen Tröger vorschweben, wenn das Hallenbad im „Berliner Park“ an den Start geht. Sie sind zugleich auch Grundlage für sein Rechenexempel, das der Geschäftsführer der Bädergesellschaft am Dienstagnachmittag dem Sport- und Freizeitausschuss vorlegte, ehe das Gremium mit klarer Mehrheit dem Alternativ-Standort Freibad-Areal eine Abfuhr erteilte (die „AZ“ berichtete).

Hat sich der Zuschuss für Frei- und Freizeitbad im vergangenen Jahr auf über 2,5 Millionen Euro hochgeschaukelt, soll der Fehlbetrag künftig dauerhaft unter zwei Millionen Euro liegen, wie es der Ratsbeschluss aus dem Jahr 2005 festschreibt. Tröger sieht seine Berechnungen bei rund 1,8 Millionen Euro. Wobei, wie er betonte, die Zahlen sehr konservativ angesetzt seien. „Ich könnte salopp sagen: Es wird deutlich besser.“


Eine Trendwende zeichnet sich schon jetzt im Saunadorf ab. Vor zehn Jahren noch bei 54 0000 Gästen, scheint mit 20 000 Besuchern in 2009 die Talsohle erreicht worden zu sein. Seit Monaten gehe es bergauf, erklärte Tröger. Ahlen liege im Vergleich zu seinen Mitbewerbern mehr denn je im Preisvorteil, auch wenn man in Sachen Attraktivität nicht mithalten könne. Viele, die nicht mehr bereit seien, Eintrittspreise zwischen 18 und 21 Euro zu zahlen, kehrten wieder zurück in den „Berliner Park“. Durch den Hallenbad-Anschluss erwartet der Geschäftsführer eine weitere Belebung, weil dann ein „zukunftsorientiertes, ganzheitliches Angebot“ bereit stehe. In den Kalkulationen sind 29 000 Saunabesucher eingerechnet. „Selbst bei 26 000 könnten wir die Saunalandschaft noch mit einer schwarzen Null betreiben“, so Tröger.

Dem Hallenbad-Neubau wird eine Investitionssumme von rund sieben Millionen Euro zugrunde gelegt. Orientierungspunkt ist unter anderem das Bad in Bielefeld-Sennestadt, das der Aufsichtsrat im Februar inspizierte und das Modell stehen könnte für den „Berliner Park“.

Das neue Hallenbad soll über sechs Bahnen und einen vollflächigen Hubboden verfügen. Durch die eingeschossige Bauweise, neueste Technik und höchste Energieeffizienz erwartet Tröger deutliche Einsparungen. Den Spaßfaktor werde es künftig nur noch im Freibad geben.

Das Hallenbad-Dach soll mit einer Photovoltaikanlage ausgestattet werden. Energiegewinnung aber auch in der Tiefe: Das kommunale Versorgungsunternehmen will dem Kanalnetz Wärme aus dem 15 Grad warmen Abwasser der Kolonie abschöpfen. Zudem soll das Gerüst der bisherigen Schwimmhalle am Bürgermeister-Corneli-Ring später für eine Solarthermieanlage genutzt werden, um das Freibad-Wasser kostengünstig aufzuheizen.

VON ULRICH GÖSMANN, AHLEN

11 · 03 · 10



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