Ostumgehung Dolberg: Hauptknackpunkt Baukosten

Olaf Timm (hinter dem Projektor) veranschaulichte Details des Gutachtens über die verschiedenen Vorschläge für Ostumgehungen des Dorfes. Foto:
Olaf Timm (hinter dem Projektor) veranschaulichte Details des Gutachtens über die verschiedenen Vorschläge für Ostumgehungen des Dorfes. Foto:
(Jörg Pastoor)


Dolberg - Wer hat Recht: Die Bürgerinitiative Ostumgehung, die sagt, eine östlich Ostdolbergs geführte Ostumgehung sei die am besten für die Dorfbewohner verträgliche? Oder die Stadtverwaltung, die sagt, dass die im Flächennutzungsplan eingestrichelte Linie westlich des Zechenbahnradwegs die beste Lösung sei? Olaf Timm vom Planungsbüro nts hat unterm Strich in seinem Gutachten keine Zweifel: Die Lösung der BI jedenfalls ist es nicht. Ob in Sachen Bodenverbrauch, Auswirkung auf die Naherholung oder Zerschneidung bereits geordneter Ackerflächen: Die sogenannte Variante sechs als dritte von ursprünglich sieben denkbaren hat die meisten Nachteile.

Entsprechend klar fiel das Urteil der Parteivertreter aus. CDU und SPD stimmten wie berichtet am Dienstagabend mit ihren acht Voten für eine Trasse gemäß Planentwurf, die beiden FWG-Stimmen und eine der FDP für eine andere, Grüner Stefan Romberg war komplett gegen eine Ostumgehung.


Hauptknackpunkt für die CDU war das Geld, wie Sprecher Olaf Wiesendahl verdeutlichte: „Ich muss das doch realistisch sehen. Variante sechs ist mehr als doppelt so teuer - das ist verbranntes Geld.“ Er sprach sich für die Variante eins oder zwei aus, die sich lediglich leicht in Trassenführung und Anschlusshöhe an die B 61 unterscheiden. Die Schutzinteressen der Menschen ließen sich durch simples Anhäufen eines Lärmschutzwalls zu Siedlungslagen aus dem Abraum des Straßenbaus wahren. „Die Autos sieht man nicht und hört man nicht“, so Wiesendahl.

Die SPD gab ihm Recht. Für Harald Krämer etwa war klar, dass die BI-Variante die stärkste Landschaftszerschneidung bedeute. Clemens Hansmeier war vor allem wichtig, dass die Umgehung nicht zerredet wird: „Wir brauchen sie. Daran besteht kein Zweifel.“

Die hatte hingegen BI- und FWG-Mitglied Arne Engelbrecht an Olaf Timms Expertise. Der meist vorherrschende Westwind sei nicht in seinen Lärmprognosen enthalten, die Timm selbst bei theoretischen 5000 statt der kalkulierten 3600 Fahrzeugbewegungen am Tag als unbedenklich erklärt hatte. Darüber hinaus vermisse er die Errechnung der Anzahl der im Falle eines Baus von Planvariante sechs entlasteten Bürger. Die sei nachweislich am höchsten. Für ihn dürfe deshalb nicht der Blick aufs Geld das meiste Gewicht haben, sondern die Bedarfe der Menschen.

Geld war den großen Fraktionen allerdings schon wichtig angesichts eines noch 40-prozentigen Anteils der Stadt an den Baukosten für so eine Straße, deren Verwirklichung noch in ferner Zukunft liegt: 1,62 Millionen Euro würden insgesamt für die günstigste Planung fällig, 3,38 Millionen für die von BI und FWG favorisierte Trasse.

Das Thema wird nochmals Ortsausschüsse und Entwicklungsausschuss beschäftigen.

VON JÖRG PASTOOR, AHLEN

11 · 03 · 10



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