Außergewöhnliches Cello-Konzert von Barock bis Rock

Julian Tilch, Mathäus Siwy, Sebastian Mätschke und Jascha Horst (v.l.) wagen mit ihren Instrumenten was neues: Sie spielen auch Rockmusik auf dem Violoncello. Foto:
Julian Tilch, Mathäus Siwy, Sebastian Mätschke und Jascha Horst (v.l.) wagen mit ihren Instrumenten was neues: Sie spielen auch Rockmusik auf dem Violoncello. Foto:
(Peter Schniederjürgen)


Ahlen - Eine akustische Revolution findet am Samstag im Saal Sandgathe statt - das Violoncello als Rockinstrument. Acht Cellisten zwischen 15 und 20 Jahren werden mit ihren Streichinstrumenten Klänge der Rockbands mit den bezeichnenden Namen „Apocalyptica“ und „Metallica“ präsentieren.

„Das ist mal was ganz Neues, das Violoncello als Rockinstrument“, sagt Cornelia Runte-Wolff, Lehrerin für das Streichinstrument an der Musikschule Beckum-Warendorf und Initiatorin der Aufführung. Ab 20 Uhr geht es am kommenden Samstag, 13. März, los.


„Wir haben aber nicht nur Rockiges. Vivaldi und Stücke von Julius Klengel werden auch gespielt“, lädt die Cellistin ein.

Die jungen Cellisten bringen zudem die Filmmusik aus „Fluch der Karibik“ zu Gehör und zeigen so, dass ihr Instrument mehr ist als ein bloßer Orchesterteil. „Wir haben damit eine enorme Tonvielfalt“, erklärt Julian Tilch, als er an seinem Cello den Anschluss zum Verstärker befestigt. Auf dieser Weise können die Musiker Klänge erzeugen, wie sie sonst von elektronischen Instrumenten bekannt sind. „Das klingt dann ähnlich einer gezupfte E-Gitarre“, schildert Mathäus Siwy.

Mit diesem nicht gerade kleinen Instrument Rockmusik zu machen, ist doch ein gewagtes Unterfangen, oder? „Eben nicht, es ist das universale Orchesterinstrument und damit durchaus auch für Rockmusik geeignet“, ist sich Sebastian Mätschke sicher.

Doch was ist eigentlich ein Violoncello. Das Instrument wird vom Geigenbauer hergestellt. Aus handwerklicher Sicht ist der Aufbau der Violine ähnlich. Die Herstellung eines Cellos kostet jedoch dreimal so viel Zeit wie die einer Geige. „Der Klang umfasst nahezu fünf Oktaven, werden die Saiten gezupft, klingt es voll und markant“, führt Jascha Horst aus.

Und wie kommt man eigentlich an so ein schönes, aber auch sperriges Instrument? „Beim Tag der offenen Tür in der Musikschule habe ich festgestellt, dass ich keine Querflöte konnte. So bin ich eben ans Cello gekommen“, schmunzelt Julian Tilch bei der Probe mit seinem Quartett. Die jungen Musiker nehmen das im 17. und 18. Jahrhundert besonders wichtige Instrument ernst, aber es ist für sie auch einfach schön, damit Neues zu probieren.

„Wir spielen es gern, die Vielseitigkeit ist überwältigend. Darum trauen wir uns auch, ein reines Cello-Konzert mit einem Programm von Barock bis Rock zu“, betont Lehrerin Runte-Wolff.


10 · 03 · 10



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