Mehrheit steht für neues Hallenbad im „Berliner Park“

Lichtblick fürs „Finnische Saunadorf“: Die politische Mehrheit steht für einen Hallenbad-Neubau im „Berliner Park“.Foto:
Lichtblick fürs „Finnische Saunadorf“: Die politische Mehrheit steht für einen Hallenbad-Neubau im „Berliner Park“.Foto:
(Ulrich Gösmann)


Ahlen - Lange war nicht klar, an welches Ufer die CDU mit der für sie so schwer zu beantwortenden Bäderfrage rudern werde. Seit Montagabend hat sie Boden unter dem Bug. Der Altstandort „Berliner Park“ macht jetzt auch im konservativen Lager das Rennen für den Neubau eines Hallenbades. Soweit das Ergebnis mehrstündiger, fraktionsinterner Beratungen, mit dem die Christdemokraten am Dienstagnachmittag zielstrebig in den Sport- und Freizeitausschuss gingen. Das Gremium votierte - gegen Grün und bei linker Enthaltung - mit überraschend klarer Mehrheit für den Standort „Berliner Park“. Die Zustimmung des Stadtrates vorausgesetzt, ist eine Bäderkonzen­tration auf dem Freibad-Areal nach jahrelangen, teils leidigen Diskussionen nun endlich vom Tisch.

Die Christdemokraten überraschten mit ihrem Antrag, die vorliegende Mitteilungs- doch gleich in eine Beschlussvorlage umzuändern. „Die Zeit ist reif, hier und heute eine Entscheidung zu treffen“, drückte CDU-Chef Lutz Kuligowski aufs Tempo.


Viel Lob erntete Bäder-Geschäftsführer Hans Jürgen Tröger, nachdem er beide Standorte für einen Hallenbad-Neubau gegeneinander aufgerechnet hatte und bei annähernd gleicher Wirtschaftlichkeit die Vorteile ganz klar im „Berliner Park“ sah. Nicht zuletzt durch den Mehrwert des Saunadorfes. Zudem seien die Anbindung und Parkplatzsituation besser, der Abbau von Arbeitsplätzen falle mit drei Vollzeitkräften gegenüber fünf geringer aus, die Chancen auf weitere Nutzung des steuerlichen Querverbundes stünden zudem besser. Außerdem wolle man künftig in der Kolonie Wärme aus dem Abwasserkanal nutzen.

Die erwartete Bäderdiskussion entfachte lediglich an einem Nebenschauplatz: Soll das neue Hallenbad mit oder ohne Sprungturm entstehen? Hans Jürgen Tröger bezifferte die zusätzlichen Investitionskosten mit 120 000 Euro plus 15 000 Euro Betriebskosten jährlich. FDP und FWG sprachen sich ganz klar dafür aus, die CDU sah an dieser Stelle Sparpotenzial, ohne den Turm gleich streichen zu wollen.

Der Sport- und Freizeitausschuss fasste schließlich einen zweigeteilten Beschluss. Zum einen formulierte er den klaren Auftrag an die Bädergesellschaft, eine Umsetzung der Hallenbadpläne im „Berliner Park“ zügig voranzutreiben. In einem zweiten Punkt soll sie den Sprungturm auf den Prüfstand stellen.

VON ULRICH GÖSMANN, AHLEN

09 · 03 · 10



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