Burgsteinfurt - Eigentlich steht die Planung schon seit fünf Jahren fest: Die Erschließungsstraßen im neuen Baugebiet Baumgarten werden als Tempo-30-Zonen ausgewiesen. Gestern im Bauausschuss die Kehrtwendung: Die CDU beantragte nach einer von ihr durchgeführten Anwohnerbefragung, die Straßen Laudamm und Moritz-Cohen-Straße verkehrsberuhigt auszubauen. Neue Erkenntnisse, so die Begründung, hätten jetzt erst gezeigt, dass die (noch nicht ausgebauten) Straßen für viele als Schleichwege genutzt würden, durch die aber nicht geschlichen, sondern gerast werde.
Technischer Beigeordneter Reinhard Niewerth erklärte zwar die Funktion von Erschließungsstraßen und den Verästelungen eines Straßenbaums; und auch Tiefbauamtsleiter Karl Brügge (er wohnt an einer verkehrsberuhigten Straße) warnte vor der scheinbaren Sicherheit der Tempo-7-Regelung; dennoch setzten die Anwohner auf den Zuhörerstühlen ihre Forderung durch, die Straßenplanung noch einmal ganz neu anzugehen. Die Hauptargumente eines Großteils der Anwohner: die fraglichen Straßen seien keine Erschließungs-, sondern Wohnstraßen und außerdem jetzt schon viel genutzte Schulwege, über die aber sogar Lastwagen und Gliederbusse führen. Darüber hinaus verwiesen sie auf einen fehlenden Spielplatz im Baumgartengebiet; verkehrsberuhigte Straßen aber böten Gelegenheit zum Kinderspiel.