Keine Notlösung
Borghorst - Rektorin Ellen Schmidt verließ enttäuscht den Sitzungssaal. Das Angebot des Lehrerkollegiums der Kardinal-von-Galen-Schule, ab dem Sommer jahrgangsstufenübergreifend unterrichten zu wollen, kam zu spät. Die Politiker im Fachausschuss mochten gestern Abend nicht so recht an die Zukunft der Grundschule glauben und stellten deshalb ganz offiziell ein Ultimatum: Wenn bis zur Ratssitzung am 24. März weniger als 18 Anmeldungen für die KvG-Schule vorliegen, wird nach den Ferien keine neue Eingangsklasse gebildet (die WN berichteten). Konsequenz: Der Schulbetrieb an der Gantenstraße wird nur noch so lange aufrecht erhalten, bis die jetzige erste Klasse wechseln wird, also spätestens bis zum 31. Juli 2013. Dass in den kommenden 14 Tagen noch mindestens fünf Eltern ihre Kinder anmelden, davon geht niemand so wirklich aus.

Den Vorschlag, die neuen i-Männchen gemeinsam mit den Kindern der zweiten Klasse zu unterrichten, fanden die meisten der Ausschussmitglieder grundsätzlich gut, allerdings hatten sie Zweifel an der konzeptionellen Umsetzung. Denn noch vor kurzem hatte das Kollegium der KvG-Schule dies abgelehnt. „Das Meinungsbild hat sich in der Zwischenzeit geändert“, begründete Schulleiterin Ellen Schmidt den Sinneswandel. Und auch die Eltern der i-Männchen hätten bereits ihre Zustimmung zum jahrgangsstufenübergreifenden Unterricht gegeben. „Alle 13 Kinder bleiben bei uns“, versicherte Ellen Schmidt im Schulausschuss. Die Lehrer wollen sich auf ihre neue Aufgaben vorbereiten - mit einer eintägigen Fortbildung.


Für die Politiker wie Elmar Bode von der CDU ging das alles etwas zu schnell: „Der jahrgangsstufenübergreifende Unterricht darf keine Notlösung sein.“ Auch wenn die Christdemokraten prinzipiell für diese Form des Unterrichts ist, im Fall der KvGn-Schule stimmten sie gestern für das Ende der Schule, wenn nicht genügend Anmeldungen da sind. Zweifel am pädagogischen Konzept hatte auch Dr. Reinhold Dankel (FWS): „Das scheint mir alles nicht ausgereift zu sein.“ Für FDP-Mann Hans-Ernst Prümers war die Sache klar: „Die Schule hat lange genug Zeit gehabt.“

VON GUDRUN NIEWÖHNER, STEINFURT

10 · 03 · 10



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