Mit Lichtgeschwindigkeit auf die Datenautobahn

In diesen haarfeinen Fasern liegt die Zukunft der Kommunikation (v.l.): Bürgermeister Andreas Hoge, ndix-Geschäftsführer Jeroen van de Lagemaat und der Geschäftsführer der Steinfurter Stadtwerke, Rolf Echelmeyer.Foto:
In diesen haarfeinen Fasern liegt die Zukunft der Kommunikation (v.l.): Bürgermeister Andreas Hoge, ndix-Geschäftsführer Jeroen van de Lagemaat und der Geschäftsführer der Steinfurter Stadtwerke, Rolf Echelmeyer.Foto:
(Hans Lüttmann)


Steinfurt - Die schnellste Autobahn der Welt verbindet jetzt auch Steinfurt mit der weiten Welt. Bis auf ein paar Lücken, die in wenigen Wochen geschlossen werden, gibt es dann 17 Auffahrten zwischen Sonnenschein und dem Wilmsberger Ei. Schon jetzt rasen die Stadtwerke, das Marienhospital, die Fachhochschule und eine Handvoll Firmen aus Borghorst mit Lichtgeschwindigkeit über diese knapp zehn Kilometer lange digitale Bahn hinaus in alle Welt. Sehen kann man davon jedoch nichts, denn diese Bahn aus haarfeinen Glasfaserlitzen liegt gut geschützt im Boden. Zum weiteren Ausbau des schnellen Glasfasernetzes haben die Steinfurter Stadtwerke gestern einen Kooperationsvertrag mit der niederländischen Firma „ndix“ geschlossen.

Kooperiert wird dabei so: Die Stadtwerke verlegen die Leitungen, und die „ndix“ schließt die Enden an das überregionale Netz an. Steinfurter Unternehmen, die sich an diese Fasern anschließen lassen, können dann sekundenschnell riesige Datenmengen bis ans andere Ende der Welt verschicken.


Ein Beispiel, das den Unterschied zum herkömmlichen Kupferkabel deutlich macht: Wollten alle 220 Millionen Amerikaner uns gleichzeitig eine E-Mail schicken (zum Beispiel, wenn wir im Sommer in Südafrika Fußballweltmeister werden), dann bräuchte man dazu ein 30 Meter dickes Kupferkabel - oder zwei haardünne Glasfaserlitzen.

Vorerst beschränkt sich der Ausbau der Steinfurter Glaserfasernetze auf die Industriegebiete. Es ist aber vorgesehen, später auch einmal die Privathäuser an das Stadtwerke-Netz anzuschließen. Bürgermeister Andreas Hoge kündigte aber bei der gestrigen Vertragsunterzeichnung im Alten Rathaus an, dass auch die Steinfurter Schulen an das schnelle Netz angebunden werden sollen.

„Wir sind seit über 100 Jahren der Infrastrukturdienstleister Nr. 1 in Steinfurt und wollen die wirtschaftliche Entwicklung unserer Stadt voranbringen“, sagte der Geschäftsführer der Stadtwerke, Rolf Echelmeyer, und betonte, dass der wirtschaftliche Erfolg des Glasfaserausbaus erst an zweiter Stelle stehe.

In den nächsten Wochen gibt es in beiden Ortsteilen Infoabende für Interessenten.

VON HANS LÜTTMANN, STEINFURT

04 · 02 · 10



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