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James Bond lässt grüßen

Die Walther P 99: Seit Ende 2007 sind auch alle 600 Beamten der Kreispolizei mit der neuen Dienstwaffe ausgerüstet.
Die Walther P 99: Seit Ende 2007 sind auch alle 600 Beamten der Kreispolizei mit der neuen Dienstwaffe ausgerüstet.


Kreis Steinfurt. Seit Ende vergangenen Jahres ist die Umstellung auch in der Kreispolizei Steinfurt abgeschlossen: 600 Beamte tragen jetzt die Walther P 99 als neue Dienstwaffe. Und dürfen sich seitdem ein bisschen wie James Bond fühlen. Denn im 1997er Streifen „Der Morgen stirbt nie“ bekommt 007 von seiner chinesischen Geheimdienstkollegin Wai Lin eine Walther P 99 geschenkt und nutzt sie ab dem nächsten Film „Die Welt ist nicht genug“, um diversen Ganoven den Garaus zu machen.

Wie Bond sind auch die Steinfurter Polizisten mit der Waffe bestens zufrieden. Pressesprecher Udo Potthoff: „Unsere Erfahrungen sind sehr gut. Die Waffe liegt gut in der Hand, ist individuell abstimmbar und das Visieren mit Leuchtpunkten erleichtert das Zielen im Dunkel.“ Dass aber alleine das Tragen der P 99 schon James-Bond-Gefühle weckt, das hält er für übertrieben: „Das ist ein ganz normaler Ausrüstungsgegenstand, der zu unserer Arbeit einfach dazu gehört.“



Hier auf dem hochmodernen Schießstand in Greven trainiert die Polizei den Gebrauch der Dienstwaffe.
Hier auf dem hochmodernen Schießstand in Greven trainiert die Polizei den Gebrauch der Dienstwaffe.


Die neue Dienstwaffe ist – sollte nicht irgendwann ein neuerlicher Wechsel anstehen – jedem Beamten sein gesamtes Berufsleben persönlich zugeordnet, bleibt ihm also auch bei Versetzungen erhalten. Er kann sie nach Dienstschluss mit nach Hause nehmen, eine sichere Verwahrung vorausgesetzt. Die meisten lassen ihre Waffe jedoch lieber in speziellen Waffenfächern in der Dienststelle. „Bequemer und sicherer“ sei das, sagt Hauptkommissar Wolfgang Hasken, bei der Kreispolizei für den Komplex „Waffen und Geräte“ zuständig.

Überhaupt: Der eigentliche Sinn der Dienstwaffe sei ja, sie nicht einzusetzen, nur als „allerletztes Mittel“ und zur Abschreckung. Konsequenterweise gehe es im Schießtraining, das jeder Polizist drei Mal pro Jahr, insgesamt 24 Stunden lang, absolvieren muss, nicht nur darum, bestimmte Leistungskriterien zu erfüllen, sondern auch um Vermeidungs- und Deeskalationsstrategien, um optimierte Kommunikation und feste Verhaltensmuster. Doch bei allem Bemühen: Nicht immer ist der Waffen-Einsatz zu vermeiden.

Zuletzt, so Potthoff, habe im Juni diesen Jahres ein Kollege einen Warnschuss abgegeben, als er in Borghorst einen Einbrecher stellte und sich im Zwielicht bedroht fühlte, als dieser mit einem dunklen Gegenstand auf ihn zielte. Der entpuppte sich später zwar nur als schwarzer Strumpf über der Hand, aber der Schusswaffengebrauch sei in einer solchen Situation durchaus legitim – was im Übrigen jedes Mal Gegenstand einer internen Untersuchung ist.

Insgesamt, so weiß Hasken, sind (Warn-) Schüsse gegen Menschen bei der Kreispolizei äußerst selten. „Eine Handvoll in den vergangenen 30 Jahren“, schätzt der Fachmann. Häufiger, nämlich 30- bis 40-mal im Jahr, wird die Dienstpistole gegen Tiere eingesetzt. Rehe nach einem Wildunfall werden so von ihrem Leiden erlöst oder wild gewordene Kühe daran gehindert, den Verkehr zu gefährden. Diese Zahlen entsprechen ungefähr der Statistik auf Landesebene. 2006 wurden bei den 40 000 Polizisten im Land 828 „Schusswaffengebräuche“ registriert: 818 gegen Tiere, sieben Warnschüsse, zwei Verletzte, ein Getöteter.

Die P 99 ist nicht die einzige Waffe, die zur persönlichen Ausrüstung jedes Beamten gehört. Hochwirksames Pfefferspray mit sechs Meter Reichweite hat mittlerweile den alten Schlagstock ersetzt. Und kommt häufiger zum Einsatz. „Ein Streit, bei dem jemand die herbei gerufene Polizei mit dem Messer attackiert“, umreißt Hasken eine typische Situation, in der das Spray besser funktioniert als jeder Warnschuss.

„Die Verhältnismäßigkeit muss gewahrt, die Einwirkung gering, aber effektiv sein“, ergänzt Potthoff. Besser also ein gezielter Faustschlag, als die „Lizenz zum Töten“ zu nutzen: So würde es James Bond wohl auch sehen.

VON ACHIM GIERSBERG, STEINFURT

22 · 07 · 08
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Gut das hier der Kasten aus der Papierversion fehlt...
in dem wurde nämlich ganz viel Quatsch geschrieben. Nicht nur das man aus der SIG Sauer P6 eine SIG Saur P9 machte (die P9 ist übrigens von Heckler & Koch) auch sind dort einige Fehler enthalten, wie der, dass das Griffstück austauschbar ist. Vielmehr ist wohl gemeint, dass der Griffrücken zur Anpassung der Waffe an die Handgröße auswechselbar ist.

Fehler können ja passieren, aber ich sehe schon den nächsten Bericht vor meinem Auge, wo dann - wie in der Plakatwerbung von Pro7 für die Krimiserien - aus einem Kaliber .38 plötzlich 38 mm werden.

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