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Kölsche Tön an der Ems
Greven. Ein bisschen musste man sich schon dran gewöhnen. Eine schwül-warme Sommernacht weit jenseits der fünften Jahreszeit, mitten im tiefen Westfalen, und von der Bühne hört man nichts als kölsche Tön. „Das passt schon, ich laufe auch gern mal barfuß“, hatte Pfarrer und Elferratsmitglied in Personalunion Klaus Lunemann vor dem Konzert in biblischer Anspielung gesagt. Und es passte perfekt. Bessere musikalische Glückwünsche zu ihrem 55. Geburtstag hätte sich die KG Emspünte kaum einkaufen können. Denn die Bläck Fööss sind die Karnevalsband, die von Narren wie auch von notorischen Karneval-Abstinenzlern gleichermaßen innig geliebt wird. Auch wenn die rund 1000 Zuschauer das riesige Jubiläums-Festzelt der KG Emspünte nur knapp zur Hälfte füllten, es hat schon Konzerte mit bekannten Namen in Greven gegeben, bei denen auch in deutlich kleineren Hallen etliche Plätze frei blieben. Und der Stimmung hat es schon gar nicht geschadet. Denn die sieben Herren auf der Bühne, in Ehren ergraut wie ein Großteil des Publikums, sind Profis vom Scheitel bis zur Sohle mit fast 40-jähriger Bühnenerfahrung. Wie bringt man von Anfang an Stimmung in den Saal? Ganz einfach, indem man beim ersten Stück mit „Drink doch eine met“ gleich einen Klassiker intoniert und damit den Nerv des Publikums exakt trifft. Danach ist das Konzert ein Selbstläufer. Das Publikum zeigt sich textsicher und singt viele der bekannten Lieder lautstark mit. „Wunderbar, ich seh’ keinen Unterschied zu Köln“, gibt es dafür ein dickes Kompliment von der Bühne. „Wir wollten noch gar nicht aufhören“, lautet der etwas verwunderte Kommentar, als nach dem vierten Stück bereits die „Zugabe“-Rufe erklingen. Die sieben Musiker, neben den Fööss-Urgesteinen „Bömmel“ Lückerath, Hartmut Priess, Erry Stoklosa und Peter Schütten die „Neulinge“ Kafi Biermann, Ralph Gusovius und Andreas Wegener, agieren routiniert, aber dennoch inspiriert.
Etwas irritierend: Direkt vor der Bühne wachen schwarz gewandete Security-Mitarbeiter, um…, ja warum eigentlich? Um das überwiegend weibliche, dem Teenie-Alter allerdings schon lange entwachsene Publikum davon abzuhalten, den auch nicht mehr ganz jungen Herren auf der Bühne an die Wäsche zu gehen? Auch wenn Erry Stoklosa im Muskel-T-Shirt durchaus Sex-Appeal haben mag, etwas übertrieben wirkte die Security-Präsenz schon. Selbst die beiden eingefleischtesten Fans, zwei Damen in komplett rot-weißer Geißbock-Montur, beließen es bei lautstarken Sympathiekundgebungen.

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Geschickt wechseln Gassenhauer mit jenen gefühlvollen Liedern, die nicht nur das rheinische Herz erweichen. Von den Hits fehlen nur Titel wie „Huusmeister Kaczmarek“ oder die A-Capella-Persiflage auf Grönemeyers „Männer“, die stark auf den ehemaligen Sänger und Erzkomödianten Tommy Engel zugeschnitten waren. Zum Schluss geht es Schlag auf Schlag. „Dat Wasser von Kölle“ schmeckt auch an der Ems, und nach „Bye bye my love“ ist noch lange nicht Schluss, schließlich fehlt mit „In unsrem Veedel“ das vielleicht schönste Lied der Fööss. Als die Musiker dann nach mehreren stürmisch umjubelten Zugaben von der Bühne abtreten, geht die Show weiter, sowohl im Zelt mit Musik aus der Konserve, als auch außerhalb - mit einer außerplanmäßigen Himmels-Lightshow.

VON THOMAS STARKMANN

01 · 06 · 08


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IN GEDENKEN
Traueranzeigen, Nachrufe, Danksagungen und Seelenämter aus Greven
Marius Knüver
* 27. Februar 1985 | † 1. Januar 2010
Heike Nordhorn
* 11. September 1970 | † 31. Dezember 2009
Miriam Salomon-Zeitner
* 3. Januar 1963 | † 17. Januar 2010
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