Greven - Im Rampenlicht stand sie nur selten. Die Aufmerksamkeit galt immer mehr dem Mann an ihrer Seite: Katharina von Bora ist zwar nicht so bekannt wie ihr Ehemann Martin Luther, aber die Frau, die von 1499 bis 1552 lebte, birgt gleichwohl eine interessante Persönlichkeit. Bücher und historische Dokumente gibt es daher genug über die Frau des Reformators Luther - ein Grund mehr, dieser fast vergessenen Person einen literarischen Abend zu widmen. In der Christuskirche kam am Sonntag schließlich die passende Atmosphäre bei Kerzenschein hinzu, wodurch sich der Ausflug in die Zeit der Reformation, ins 16. Jahrhundert mit seinen Kriegswirren um die Glaubensfrage umso spannender gestaltete.
Irmtraud auf dem Kampe und Michael Kneisel präsentierten mal andächtige, mal humorvolle Auszüge aus den 21 Briefen, die Martin Luther an seine Gattin schrieb. Finanzprobleme, Liebesgefühle, theologische Fragen - Luther wandte sich in vielen Dingen an sie. Als gute Ratgeberin vertraute sich der Reformator seiner Frau an. Doch im historischen Sprachgebrauch blickt auch der schlaueste Kirchenbesucher nicht immer durch. Dafür hatte das Leser-Duo die richtigen Erklärungen parat: Wie gilt es eine Aussage in den historischen Kontext einzuordnen? Wie weit war die Wissenschaft? Und wie dachte die gespaltene Gesellschaft im 16. Jahrhundert? Fragen, die die „Vorleser“ in der Christuskirche gerne klärten. Humorvolle Passagen durften bei dem Vortrag natürlich nicht fehlen.