Greven - „Ich nehm nur Winterklamotten mit.“ Teresa Maurer hat sich innerlich bereits vom Sommer verabschiedet. Übermorgen reist sie in ein Land, in dem die Winter kalt, lang und dunkel sind. Ihr Ziel ist Tallinn. Tallinn, das liegt doch in Lettland, oder war es Litauen? Die ehemalige Hansestadt ist eine jener Metropolen, die man zwar ungefähr, aber doch nicht so ganz genau lokalisieren kann. Das passiert Teresa Maurer natürlich nicht. Sie weiß, dass Tallinn an der Ostsee liegt und mit seinen 400 000 Einwohnern fast ein Drittel der Bevölkerung Estlands stellt.
Dass es sie für ein Jahr in die Hauptstadt des nördlichsten der drei baltischen Staaten verschlagen würde, damit hatte die Abiturientin am Grevener Gymnasium nicht unbedingt gerechnet. Ihr schwebten eher Polen oder Tschechien vor, als sie bei „kulturweit“, dem erst in diesem Jahr gestarteten kulturellen Freiwilligendienst des Auswärtigen Amtes, Osteuropa als mögliches Einsatzgebiet nannte. Mittlerweile hat sie sich aber mit Estland angefreundet. „Ich bin erstaunt, wie viele etwas über das Land wissen oder dort schon Urlaub gemacht haben“, sagt Teresa.