Altenberge - Coralito wird im August ein Jahr alt. Viel Gutes hat der Mischling noch nicht erlebt. Im Hafen von Ibiza gefunden, war er bis auf die Knochen abgemagert und kam dann in die Auffangstation des Vereins „Tiere in Not Ibiza“. Durch eine Verletzung an einem Kaktusstachel hat der anhängliche Rüde sein linkes Augenlicht verloren. Jetzt wartet er in Altenberge auf ein neues Zuhause.
Die ehemalige Grundschullehrerin Ruth Piegelbrock hat es sich zur Aufgabe gemacht, den Verein zu unterstützen und hat mittlerweile etwa 40 Hunde nach Deutschland geholt. Seit 2005 hat sie Kontakt mit dem deutschen Ehepaar Nowotny, das auf Ibiza lebt und den Verein gegründet hat. „Sie konnten das Elend nicht mehr sehen“, sagt die 61-Jährige und hat auch eine Antwort auf die Frage, warum sie sich selbst nicht um die Hunde in deutschen Tierheimen kümmert: „Die Hälfte der Tiere, die in Spanien in den städtischen Auffangstationen landen, werden getötet. Die gesetzliche Verweildauer ist 21 Tage, danach darf das Tier getötet werden“, erklärt sie. Das sei in Deutschland glücklicherweise anders. Zudem ist einer von den zwei Hunden der Piegelbrocks auch von Ibiza gekommen. „So haben wir die Familie Nowotny kennengelernt, mit der ich heute täglich in Kontakt stehe“, berichtet die Tierschützerin.
Die Reise der Hunde nach Deutschland erfolgt durch Flugpaten, die sich bereit erklären, auf dem Rückweg eines der Tiere mitzubringen. „So werden die Flugkosten gering gehalten.“ Manch ein Euro aus ihrer eigenen Geldbörse ist seit 2005 in den Verein geflossen. Reden will sie darüber aber nicht. Sie hofft, dass sie noch einige Pflegestellen im Umkreis findet. „Es entstehen ganz sicher keine Kosten“, versichert sie. In den Pflegestellen werden die Hunde bis zur Vermittlung sozusagen geparkt. In Altenberge unterstützt sie bisher das Ehepaar Helmut und Herzlinde Brüssow und Liane Pille dabei. Einige Tiere werden aber auch direkt über die Homepage des Vereins vermittelt und werden in Deutschland direkt den neuen Besitzern übergeben. „Die bekommen einen gesunden Hund, der kastriert ist, gechipt und alle Untersuchungen hinter sich hat“, sagt die 61-Jährige, die selbst noch nie auf Ibiza war. „Irgendwann werde ich dorthin fliegen“, sagt sie. Erst will sie aber Coralito vermitteln. Und wenn es geht, Drigo und Chissy auch noch. „Die sind in einer Pflegestelle in Warendorf.“ Wer Coralito kennenlernen will - es darf ruhig ein andere Hund in der Familie sein - der kann sich bei Ruth Piegelbrock (Telefon 02505/2854 oder 01 73/ 5 36 36 29) melden. Piegelbrock: „Bei fremden Menschen reagiert er erst meist zurückhaltend und scheu. Hat er einmal Vertrauen gefasst, sucht er die Nähe zu den Menschen und will reichlich Streicheleinheiten.“»
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