VIDEO
Altenberge - Noch ist bei keinem der Bahnleute die Sicherung durchgebrannt. Wobei sie zum Teil wohl schon kurz davor waren, wie Rudi Reichenberger und Thomas Stiegekötter erzählen. Von Freitagnachmittag an ging am Altenberger Bahnhof nix mehr. Fahrkartenautomat kaputt, Lautsprecheranlage defekt und die Videoüberwachung sowie der Notrufknopf versagten ebenfalls. Auch gestern gab es noch Probleme. Reichenberger und Stiegekötten sind zwar unschuldig, ganz unbeteiligt sind sie aber nicht an dem Chaos am Altenberger Bahnhof. Und wenn sie die Geschichte (die auch gut zum 1. April gepasst hätte) erzählen, dann klopfen sie sich regelmäßig auf die Schenkel.
Immer wieder sei der Mitarbeiter der Bahn auf und ab gelaufen und habe mehrfach den gleichen Satz in sein Handy gesprochen: „Der Raum ist leer. Es ist alles auf dem Schrott.“ Alles, das sind zahlreiche Stahlschränke und Kabel, die in dem alten Bahnwärterhäuschen zu finden waren. Bis Freitag. Da haben Stiegekötter und Reichenberger mit den Jungs vom Motorradclub „MC03“ alles herausgerissen und zum Schrotthändler gebracht: 740 Kilogramm Schrott und 40 Kilogramm Kupfer. „Wir haben das Häuschen seit dem 1. April gemietet. Unten entsteht ein Lagerraum für den Hausmeisterservice von Thomas Stiegekötter und oben richten wir für den Motorradclub einen Clubraum ein“, erzählt Reichenberger. Die Schlösser seien ausgetauscht worden und ein Mitarbeiter der Bahn sei mit ihnen durch die Räumlichkeiten gegangen: „Er hat unter Zeugen gesagt, dass wir alles rausreißen dürfen und sollen“, sagt Reichenberger. Freitag war es soweit. Zahlreiche Stahlschränke und einiges an „Elektronikzeugs“ flog raus, einige Kabel wurden gekappt. „In einem Stahlschrank war wohl ein Kasten, der noch in Betrieb war“, sagt Reichenberger. Und da ist auch das Schenkelklopfen wieder. Was die Jungs vom Motorradclub nämlich nicht wussten: In dem Kasten war die komplette Steuerung für Automat, Lautsprecher und Videoüberwachung des Bahnhofs, die daraufhin sofort ausfiel. Von den Mitgliedern des Clubs merkte das niemand. Und auch bei der Bahn dauerte es wohl. Erst am Montag stand jemand vor der Tür und kam nicht rein. „Ich habe ihn gefragt, ob ich ihm helfen kann und er meinte, dass sein Schlüssel nicht passt“, berichtet Reichenberger. Der konnte nicht passen, die Schlösser waren ja ausgetauscht worden. Dass das Häuschen vermietet war, war dem Bahnmitarbeiter völlig neu. Er bat darum, einmal hineinzudürfen. Die Frage, wo die ganze Elektronik sei, die war schnell beantwortet. „Auf dem Schrott“, sagt Reichenberger. Und dann habe das Telefonieren begonnen. „Es herrschte eine gewisse Ratlosigkeit“, sagt der Getränkeverleger.






Beitrag kommentieren



