Altenberge - Fast wären sie mit ihrem Idol Udo Lindenberg auf einem Rock-Liner in See gestochen. Aber letzte Woche platzte der Traum. Der Rocksänger mit Gronauer Wurzeln sagte persönlich ab und „tröstete“ Reinhard Wolters: „Toll was ihr da macht. Sehen uns sicher mal, da fliegt mir dann der Hut weg.“
Der Emsdettener Reinhard Wolters ist Bass-Gitarrist und „Navigator“ bei der Tribute-Band „Lindstärke 10“. Zusammen mit „Captain“ Claus Beike hatte er im Mai 2008 eine verrückte Idee: „Lass uns eine Udo-Lindenberg-Band gründen und reich werden.“ Aber erst einmal brauchten sie Zuwachs: Keyboarder Martin Weide aus Laer, Gitarrist Gerrit Eilert aus Altenberge und Schlagzeuger Christian Schulze Severing. Der Bandname „Lindstärke 10“ war schnell gefunden, denn so hieß das erste Live-Album von Udo Lindenberg.
Trainiert wird im Probenraum von Christian auf einem Dumter Bauernhof. Unaufgeräumt urig. Aber hier draußen stören sie niemanden. Nur kalt ist es im Winter „Bis minus zehn Grad bleiben wir hier“, sagt Udo-Double Claus Beike und zieht den markanten schwarzen Schlapphut tief ins Gesicht. Nuschelstimme, Gestik und Outfit kommen seinem Vorbild verdächtig nahe. Besonders die Kleidung: „Original Udos Schneider aus Hamburg“, sagt Beike mit Stolz. Und die Zigarre fehlt auch nicht.
Die fünf Musiker zwischen 30 und 45 Jahren haben unterschiedliche musikalische Wurzeln und Banderfahrungen. Sie wollen kein pures Covern. „Wir sind mehr eine Lindenberg-Tribute-Band“, erzählt Beike weiter. Sie drücken den Liedern einen eigenen Stempel auf. Im „Sonderzug nach Pankow“ wird das gleich deutlich. Kein sklavisches nachspielen, sondern auch eigene Arrangements und moderne Elemente freizügig eingesetzt. Mal härter, mal mit Akkordeon. Aber immer unverkennbar Lindenberg.
Auch im zweiten Jahr ist die Anfangseuphorie noch ungebrochen. Reich geworden sind sie noch nicht. „Aber die Truppe harmoniert super und es macht weiter Riesenspaß“, sagt Captain Beike und keiner widerspricht. Zwischenzeitlich sind die Musiker ein eingespieltes Team und planen langfristig Konzerte als Rockrevue.
Die Panik-Premieren-Party haben sie im März 2009 vor einem begeisterten Publikum in Rheine gefeiert. In Emsdetten und Meppen war es nicht anders. Zum Schluss rockten alle mit.
In Altenberge zeigt „Lindstärke 10“ am 24. April (Samstag) im Saal Bornemann „Die panische Honky-Tonky-Show“. Im Gepäck haben sie viele alte Bekannte aus 35 panischen Jahren wie Andrea Doria, Rudi Ratlos, Johnny Controlletti und Elli Pyrelli.
Im Vorprogramm singt die 16-jährige Miriam Döring aus Laer Rock und Pop. Seit neun Jahren macht sie Musik und spielt Gitarre in zwei Bands.
» Die Tickets kosten im Vorverkauf neun Euro, an der Abendkasse zwölf Euro. Tickets gibt es bei Tabak Dües, Schreibwaren Anke Röwe und bei Lotto Kuse in Laer. Außerdem können Karten auch im Internet bei
www.eventim.de geordert werden.